Kleve Wirtschaft und Verkehr

Flughafen Weeze will EU einschalten

Weeze/Düsseldorf. Im Streit um den neuen Landesentwicklungsplan will der Flughafen jetzt die EU-Kommission einschalten. Geschäftsführer Ludger van Bebber und Hendrik Wüst (CDU) bezeichneten die von der rot-grünen Landesregierung vorgenommene Einstufung des Flughafen als „willkürlich“.

Der hauptsächlich von der irischen Billig-Fluglinie Ryanair genutzte Flughafen Weeze am Niederrhein macht seit knapp zehn Jahren Gewinn. Im neuen Landesentwicklungsplan (LEP) der rot-grünen Landesregierung, der bis Ende des Jahres vom Landtag beschlossen werden soll und die Planungsrichtlinien in Nordrhein-Westfalen für die kommenden 15 Jahre vorgibt, wird jedoch zwischen „landesbedeutsamen“ und „regionalbedeutsamen“ Flughäfen unterschieden.

Als nur „regional bedeutsam“ wurden dabei Dortmund, Paderborn/Lippstadt und eben Weeze eingestuft. Konkret würde das bedeuten, dass sich diese Flughäfen zukünftig nur noch „im Einklang“ mit der Luftverkehrskonzeption der Landesregierung und der Entwicklung der „landesbedeutsamen“ Flughäfen Düsseldorf, Köln/Bonn und Münster/Osnabrück erweitern dürfen.

„Vollkommen willkürliche Einteilung“

Das Management des Flughafen Weeze will das jedoch nicht hinnehmen und kündigte an, bei der EU-Kommission in Brüssel Beschwerde gegen die unterschiedliche Behandlung der sechs NRW-Airports einzulegen. Flughafen-Geschäftsführer Ludger Van Bebber sagte in der WAZ, er halte die Einteilung für „vollkommen willkürlich“. Weeze und Dortmund verfügten mit je knapp zwei Millionen Passagieren pro Jahr über ein mehr als doppelt so hohes Fluggastaufkommen wie Münster/Osnabrück. Außerdem sei es rechtlich unhaltbar, eine Erweiterung des einen Flughafens vom „Einklang“ mit direkten Konkurrenten abhängig zu machen.

Unterstützung bekommt der Flughafen Weeze jetzt vom wirtschaftspolitischen Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Hendrik Wüst, der den LEP am Freitag als „einen der größten Fehlgriffe dieser Landesregierung in der Wirtschaftspolitik überhaupt“ sowie als „wachstumsfeindlich“ bezeichnete. Der Flughafen Weeze protestiere „völlig zu Recht“ gegen die Einordnung und die damit unmittelbar verbundene wirtschaftliche Benachteiligung.

Auch sei die Einstufung „nicht nur deshalb willkürlich, weil Fluggastzahlen und Rentabilität offenbar keine Rolle spielen“. Wüst kritisierte, dass die Einordnung auch auf einer völlig veralteten Datenlage aus den 1990-er Jahren basiere. Zu dieser Zeit aber war Weeze noch ein britischer Militärflughafen. (ph)

Bild: Flughafen Weeze. Bildrechte: NRW.direkt

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