Politik

Frauen Union gegen Anerkennung der Ahmadiyya-Gemeinde

Düsseldorf. Der Antrag der Ahmadiyya-Gemeinde auf Anerkennung als Körperschaft des öffentlichen Rechts stößt bei der Frauen Union auf Ablehnung. „Die AMJ wirbt offen für ein Frauenbild, das nicht mit unserem Grundgesetz im Einklang steht“, sagte deren Kreisvorsitzende Sylvia Pantel. „Also sollte es unser vordergründiges Interesse sein, dass der Antrag der AMJ keinen Erfolg haben darf.“

Frauen aus der Ahmadiyya-Gemeinde bei einer Demonstration in Köln (Bild: NRW.direkt)

Mitte Februar wurde durch eine parlamentarische Anfrage der Landtagsabgeordneten Gabriele Walger-Demolsky (AfD) bekannt, dass bereits am 19. Januar ein Antrag der Ahmadiyya Muslim Jamaat Gemeinde (AMJ) auf Anerkennung als Körperschaft des öffentlichen Rechts in der Staatskanzlei eingegangen ist. In Hessen sowie in Hamburg ist die umstrittene muslimische Gemeinde bereits als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt.

In der Landeshauptstadt geriet die AMJ in die Schlagzeilen, nachdem der Düsseldorfer Anzeiger im Februar 2017 berichtet hatte, bei einer Ausstellung der Gemeinde im Rathaus seien auch Broschüren mit frauenfeindlichen Inhalten angeboten worden. So sei in den bunten Heftchen mit Titeln wie „Die Rechte und Pflichten einer Frau im Islam“, „Die islamische Ehe“ oder „Warum trägt die Muslima Schleier oder Kopftuch?“ die Rede davon gewesen, dass Frauen nicht ohne Einverständnis des Mannes arbeiten gehen dürfen sowie Schleier oder Kopftuch tragen, um sich „vor anderen Männern zu schützen“.

Auch sollten Frauen, im Gegensatz zu Männern, die unter bestimmten Voraussetzungen bis zu vier Frauen ehelichen können, nur einen Mann haben, weil sie sonst zu häufig schwanger würden. Die Aussage, dass Frauen nicht gegen ihren Mann opponieren dürfen, war ebenfalls in einer der Broschüren zu finden.

Broschüren weiter verteilt

Die CDU-Ratsfraktion wie auch die Frauen Union (FU) reagierten auf die frauenfeindlichen Broschüren mit scharfem Protest. Die Ahmadiyya-Gemeinde aber kümmerte das offenbar wenig: Als diese am 23. November in Düsseldorf-Bilk einen Informationsabend zum Thema „Stellung der Frau im Islam“ veranstaltete, nahm auch Gabriele Walger-Demolsky daran teil. Nach der Veranstaltung berichtete die Abgeordnete, dass die Broschüren mit den frauenfeindlichen Inhalten dort erneut verteilt wurden.

Bislang reagierten aber nur die CDU-Frauen auf das Begehren der AMJ, nunmehr auch in Nordrhein-Westfalen als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt zu werden: „Mit der Ideologie der AMJ beschäftige ich mich bereits seit geraumer Zeit. Deswegen kann ich es nicht nachvollziehen, wie Hessen und Hamburg der Ahmadiyya-Gemeinde den Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts verleihen konnten. Schließlich wirbt die AMJ offen für ein Frauenbild, das meines Erachtens nicht mit unserem Grundgesetz im Einklang steht. Besonders kritisch sehe ich die fragwürdigen Äußerungen in Bezug auf das Eheverständnis, die Rechte und Pflichten einer Frau innerhalb der AMJ-Gemeinde sowie deren Begründung für das Tragen eines Kopftuchs“, sagte die Düsseldorfer FU-Vorsitzende Sylvia Pantel am Sonntag unserer Redaktion. „Also sollte es unser vordergründiges Interesse sein, dass der Antrag der AMJ keinen Erfolg haben darf.“

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