Frauke Petry in Köln

Köln/Münster. Bei einer Veranstaltung mit AfD-Chefin Frauke Petry vor dem Kölner Bahnhof musste am Donnerstag ein linker Störer in Polizeigewahrsam genommen werden. Eine für den Abend in Münster geplante Veranstaltung musste nach tagelangem Druck linker Demokratiegegner wieder abgesagt werden.

Frauke Petry im Interview (Bild: NRW.direkt)

Frauke Petry im Interview (Bild: NRW.direkt)

Auf Einladung der AfD-Jugendorganisation Junge Alternative (JA) stattete die AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry am Donnerstag Nordrhein-Westfalen einen Kurzbesuch ab. Den Auftakt machte ein rund dreistündiger AfD-Stand am Nachmittag auf der Domseite vor dem Kölner Hauptbahnhof. Trotz klirrender Kälte suchte Petry das Gespräch mit den Passanten und gewährte einem US-amerikanischen Fernsehsender ein Interview in englischer Sprache zu den Vorfällen in der Silvesternacht.

Linke Gegendemonstranten mit einem „Refugees welcome“-Banner und braunen Mülltüten fanden sich ebenfalls vor dem Bahnhof ein. Die mit rund zehn Mannschaftswagen vor Ort befindliche Polizei sorgte aber dafür, dass die AfD-Veranstaltung einen ungestörten Verlauf nehmen konnte. Als zwei Linke versuchten, der AfD Banner wegzunehmen, wurden diese sofort dabei ertappt. Einer der Diebe setzte zur Flucht an und wurde von mehreren Polizisten über den ganzen Bahnhofsvorplatz verfolgt. Ein Beamter „tackelte“ den ertappten Dieb und brachte ihn damit zu Fall. Nachdem er sich weigerte, den Polizeianweisungen Folge zu leisten, musste er am Boden liegend fixiert und in Gewahrsam genommen werden. Der Polizist, der ihm die Handfesseln anlegte, wurde von ihm als „Nazi-Hurensohn“ und „räudiger Bastard“ beschimpft. Nach diesem Vorfall kehrte aber schnell wieder Ruhe ein. Die übrigen linken Gegendemonstranten hatten angesichts der engen Polizeibewachung keine Chance.

„Willkommenskultur ad absurdum geführt“

Von NRW.direkt darauf angesprochen, dass sie sich genau an dem Ort befinde, an dem in der Silvesternacht unzählige Frauen durch Asylbewerber massiv sexuell belästigt und bestohlen wurden, bezeichnete die AfD-Bundesvorsitzende dies als einen „Tabubruch“, bei dem es sich aber nicht um ein singuläres Ereignis gehandelt habe. Die Schuld dafür dürfe aber nicht allein „im Versagen des nordrhein-westfälischen Innenministeriums“ gesehen werden.

Die Bundesregierung, die eine „seit Jahren verfehlte Migrations- und Integrationspolitik“ betreibe und „nicht begreift, dass ein Zurückweichen unserer Werte von Migranten als Einladung verstanden wird, sich nicht anzupassen“, trage ebenfalls eine Verantwortung für diese Ereignisse. „Die Willkommenskultur ist damit ad absurdum geführt, was für Deutschland, Europa und das friedliche Zusammenleben der Kulturen insgesamt schädlich ist“, so Petry wörtlich.

Linke verhindern AfD-Veranstaltung in Münster

Eine für den Abend mit Frauke Petry im westfälischen Münster geplante öffentliche Veranstaltung musste nach dem tagelangen Druck linker Gruppierungen jedoch kurzfristig wieder abgesagt werden. Am Mittwoch glaubte die JA noch, eine Ausweichmöglichkeit in Form einer anderen Lokalität gefunden zu haben. Aus Sorge vor Ausschreitungen und Sachbeschädigungen durch linke Gegendemonstranten sagte am Donnerstagnachmittag jedoch auch der zweite Vermieter ab.

In einer ersten Stellungnahme dazu sagte die AfD-Bundesvorsitzende, dass „die bedauerliche Tradition in NRW, unsere Veranstaltungen wegen linker Drohungen gegen Vermieter wieder absagen zu müssen, uns ärgert, aber nicht aufhält“. Auch erkenne die politische Konkurrenz langsam, „dass die Auseinandersetzung mit der AfD nicht dadurch zu vermeiden ist, dass man sich durch Schweigen mit der Antifa gemein macht“.

In Nordrhein-Westfalen konnten AfD-Veranstaltungen in den letzten Monaten mehrfach nicht durchgeführt werden, weil Vertreter der Antifa und anderer linker Gruppierung die Vermieter von Räumlichkeiten im Vorfeld unter Druck gesetzt, eingeschüchtert und in einzelnen Fällen auch bedroht hatten. Frauke Petry änderte kurzfristig ihre Pläne und fuhr von Köln nach Koblenz, um ihre rheinland-pfälzischen Parteifreunde im Landtagswahlkampf zu unterstützen.

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