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Führerscheine nach Rennen einkassiert

Köln. Offenbar ist es am Samstagabend erneut zu einem illegalen Autorennen gekommen. Eine Richterin ließ die Führerscheine der mutmaßlich beteiligten Fahrer sofort beschlagnahmen. Erst letzte Woche wurde bei einem solchen Rennen in Mönchengladbach ein Fußgänger getötet.

Blumen, Kerzen und ein Holzkreuz erinnern an den in Mönchengladbach totgerasten Fußgänger (Bilder: NRW.direkt)

Nach einem Verkehrsunfall im Kölner Stadtteil Porz-Lind wurden laut Polizei und Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen des Verdachts eines illegalen Autorennens aufgenommen. Dabei war am Samstagabend ein 20-jähriger Pkw-Fahrer von der Fahrbahn abgekommen und gegen einen abgestellten Lkw geprallt. Nach ersten Ermittlungen war der Autofahrer zusammen mit dem 21-jährigen Fahrer eines Toyota Aygo zuvor mehrfach die Straße „Alte Blockstelle“ mit hoher Geschwindigkeit auf- und abgefahren. Aus Richtung Frankfurter Straße kommend, verlor der 20-Jährige gegen 21 Uhr beim Rechtsabbiegen offensichtlich die Kontrolle über seinen Peugeot 206. Er kam nach links von der Fahrbahn ab und rutschte gegen einen geparkten Lkw-Anhänger. Von dort schleuderte der Pkw zurück und kam auf der Fahrbahnmitte zum Stehen.

Die beiden jungen Männer versuchten zunächst, sich vor den alarmierten Polizisten zu verstecken. Zeugenhinweise führten jedoch zur Identifizierung der mutmaßlichen Fahrer. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft ließ eine Richterin die Führerscheine der beiden Beteiligten sowie ihre Fahrzeuge beschlagnahmen. Ermittlungen wegen Gefährdung des Straßenverkehrs wurden aufgenommen.

Erst vor neun Tagen wurde in Mönchengladbach ein 38-jähriger Fußgänger bei einem illegalen Autorennen getötet. Der Fußgänger wurde nach dem Aufprall mit einem der beteiligten Fahrzeuge 36 Meter durch die Luft geschleudert und starb noch vor Ort an einer Schädelverletzung. Der mutmaßliche Todesraser sitzt seit Montag wegen Mordes in Untersuchungshaft. (ph)

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