Düsseldorf Justiz

Fünfeinhalb Jahre für brutalen Vergewaltiger

Düsseldorf. Der 19-Jährige, der vor einem halben Jahr eine damals 90-jährige Frau mehrfach vergewaltigt hat, wurde zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte sechseinhalb Jahre beantragt.

Souhayl M. beim Prozessbeginn (Bild: NRW.direkt)

Die Tat sorgte Anfang Oktober in Düsseldorf für Entsetzen: Nachdem sie in der Lambertuskirche eine Kerze für ihre Familie angezündet hatte, wurde eine 90-jährige Frau auf ihrem Rückweg durch die Altstadt überfallen und drei Mal brutal vergewaltigt. Die Frau wehrte sich nach Kräften, hatte aber keine Chance. Während der Täter die Seniorin würgte, sagte er: „Still, sonst tot.“ Erst als sich die Frau hilfesuchend an einen Passanten wandte, ließ er wieder von ihr ab und flüchtete. Aufgrund ihrer Verletzungen musste die Seniorin anschließend in einem Krankenhaus behandelt werden.

Bei Prozessbeginn räumte der Angeklagte, ein 19-jähriger Spanier marokkanischer Herkunft, den Vorwurf der Vergewaltigung sofort ein. Er habe mit Freunden Alkohol, Kokain und Ketamin konsumiert; zuerst zuhause, danach in einer Diskothek in der Altstadt. Auf dem Heimweg habe er aber fast kein Geld mehr gehabt. Als er die Frau gesehen habe, sei ihm „spontan“ die Idee eines Überfalls gekommen.

Der spanischen Strafverfolgung entzogen

Bei der anschließenden Befragung durch die Richterin offenbarte sich, dass Souhayl M. bereits in Spanien immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt gekommen war. Als er zu einem viermonatigen Sozialdienst bei der Müllabfuhr verurteilt und die Aussetzung seiner Haftstrafe mit einer fünfjährigen Bewährungsfrist verbunden wurde, entschied er sich, das Land wieder zu verlassen. Zuerst ging er an seinen Geburtsort in Marokko zurück. Dort rieten ihm Familienmitglieder, zu Freunden nach Deutschland zu gehen.

Am Freitag wurde Souhayl M. von der 7. Großen Strafkammer des Düsseldorfer Landgerichts zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte sechseinhalb Jahre beantragt. Dem inzwischen 91-jährigen Opfer wurde durch sein Geständnis zumindest die Aussage vor Gericht erspart. (ph)

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