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Gehen Anschläge auf AfD-Wahlkampf weiter?

Bochum/Köln. In Bochum erstattete die AfD Anzeige wegen der Beschädigung acht großflächiger Wahlplakate. Lebensgefährlich wurde es in Köln, wo am Dienstagmorgen ein Fahrzeug ungebremst auf den AfD-Landtagskandidaten Günter Witzmann zuraste. „Das Auto hielt die letzten 50 Meter voll auf mich zu. Das kann kein Zufall gewesen sein“, sagte Witzmann, der sich nur durch einen Sprung zur Seite retten konnte. Die Polizei aber spricht von einem Verkehrsunfall.

Beschmiertes Großplakat in Bochum

In Bochum stellte ein Vorstandsmitglied laut des AfD-Kreisverbandes am Dienstag Strafanzeige gegen Unbekannt wegen der Beschädigung von acht großflächigen Wahlplakaten. Die Großplakate sind bei einem Düsseldorfer Unternehmen angemietet und wurden am Wochenende beschädigt und mit Farbe beschmiert. Der Schaden wird auf mehrere tausende Euro geschätzt.

Seit Wahlkampfbeginn wurden hunderte Plakate der Partei beschädigt oder ganz beseitigt. Der Bochumer Kreisverband verzeichnet bislang einen Verlust von rund 60 Prozent aller aufgehängten Werbeträger. Gleichzeitig rühmen sich Vertreter der linksextremen Antifa im Internet immer wieder damit, der AfD Schaden zuzufügen. So heißt es etwa auf einer Internet-Seite der Bochumer Antifa: „Deshalb ist für uns, als Antifaschist*innen klar, dass wir etwas gegen die AfD und ihren Wahlkampf machen werden.“ (Schreibweise und Zeichensetzung wurden übernommen)

Mit Sprung zur Seite gerettet

Lebensgefährlich wurde es gar am Dienstagmorgen in Köln, als gegen 5 Uhr ein Auto auf den AfD-Landtagskandidaten Günter Witzmann zuraste. Zusammen mit einem weiteren Wahlkampfhelfer befand sich Witzmann auf dem Vingster Ring in Höhe des Freibades, um Wahlplakate anzubringen, als der Opel Vectra ohne Kennzeichen auf gerader und voll ausgeleuchteter Strecke mit hoher Geschwindigkeit auf ihn zusteuerte. Witzmann, der am Kofferraum stehend Wahlplakate vorbereitete, konnte sich nur durch einen Sprung zur Seite retten.

Sein Suzuki Swift, der mit eingeschaltetem Warnblinklicht auf dem Grünstreifen neben der Straße stand, wurde hinten links getroffen und durch die Wucht des Aufpralls gegen einen Baum geschleudert. Beide Fahrzeuge erlitten einen Totalschaden. Das Auto des mutmaßlichen Täters blieb etwa 80 Meter weiter stehen. Der Fahrer, der etwa 1,70 Meter groß und südländischen Aussehens sein soll, flüchtete leicht verletzt. Kurz darauf rückten Polizei und Spurensicherung an, die Strecke wurde während des Berufsverkehrs etwa eine Stunde gesperrt.

Anschlag oder Verkehrsunfall?

Auch Günter Witzmann erstattete Anzeige gegen Unbekannt. „Ich bin überzeugt, dass es sich um einen politisch motivierten Angriff gehandelt hat“, sagte er unserer Redaktion. „Das Auto hielt die letzten 50 Meter voll auf mich zu. Das kann kein Zufall gewesen sein.“ Außerdem seien danach keine Bremsspuren zu sehen gewesen, so der Landtagskandidat. „Ich bin gespannt auf die Ergebnisse der Spurensicherung.“

Ein Polizeisprecher sagte jedoch am Mittwoch auf Nachfrage, dass der Vorfall derzeit als „ganz normaler Verkehrsunfall“ gesehen werde, der „nichts mit der politischen Betätigung von Günter Witzmann zu tun“ habe. Der Vorfall werde auch nicht vom Staatsschutz, sondern vom Verkehrskommissariat bearbeitet.

Zu dieser Einschätzung sei die Polizei gelangt, weil der Wagen in der Nacht zum Dienstag bereits auffällig geworden war. Das Fahrzeug sei mit einem falschen Kennzeichen unterwegs gewesen, das von der Polizei sichergestellt wurde. Eine Blutprobe, die dem Fahrer entnommen wurde, endete mit der Erkenntnis, dass dieser alkoholisiert war. Nach dem Vorfall habe die Polizei unter anderem mit einem Hubschrauber nach dem Fahrer gefahndet, diesen aber nicht mehr gefunden. (ph)

Bild ganz oben: Der Wagen von Günter Witzmann wurde gegen einen Baum geschleudert

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