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Geisel: Solidarität mit Haifa

Düsseldorf. Aufgrund der verheerenden Brände in der Partnerstadt Haifa hat Oberbürgermeister Thomas Geisel seinem Amtskollegen Yona Yahav geschrieben und ihm Solidarität zugesichert. Im Internet aber werden die Brände in Israel auch bejubelt und als „Allahs Strafe“ bezeichnet.

Thomas Geisel auf dem Israel-Tag (Bild: NRW.direkt)

Thomas Geisel auf dem Israel-Tag (Bild: NRW.direkt)

„Die Nachrichten von den verheerenden Bränden in unserer Partnerstadt Haifa haben uns erschreckt und tief getroffen. Wir haben größten Respekt vor den Rettungskräften, die gegen die Feuerwalzen kämpfen. Wir sind in Gedanken bei den Einwohnern Haifas, die zu Zehntausenden ihre Häuser auf der Flucht vor den Flammen verlassen mussten“, heißt es in dem Schreiben des Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel.

Bereits seit Tagen wüten in Israel Großbrände. Besonders betroffen ist die nordisraelische Stadt Haifa, wo rund 60.000 Menschen zur Räumung ihrer Häuser aufgefordert wurden. Die Behörden des Landes gehen davon aus, dass ein Großteil der Brände absichtlich gelegt wurde. „Brandstiftung wird bereits seit den Dreißigerjahren von den Palästinensern als Waffe benutzt“, zitierte Spiegel-Online am Samstag den Experten Shaul Bartal von der Bar Ilan Universität in Tel Aviv. „Die Feuer um Haifa waren koordiniert und organisiert. Das waren keine Einzeltäter.“ Inzwischen werden die Brände als „Feuer-Intifada“ bezeichnet. Erste Verdächtige wurden bereits verhaftet. In Haifa sind allerdings auch Einheiten der palästinensischen Feuerwehr im Einsatz gegen die Flammen.

„Allahs Strafe“

Im deutschsprachigen Internet werden die Brände in Israel teilweise auch bejubelt. So haben etwa auf der Facebook-Seite „MuslimStern“, die laut eigener Darstellung gegründet wurde, „um auf zunehmende Islam- und Muslimfeindlichkeit aufmerksam zu machen und diese zu dokumentieren“, bis Samstagabend mehr als 1.200 Nutzer eine Fotosammlung der Brände unter dem Hashtag #israelonfire mit „Gefällt mir“ markiert. Mehr als 100 Facebook-Nutzer haben die Fotos mit „Haha“ markiert. In Kommentaren dazu werden die Brände unter anderem als „Allahs Strafe“ bezeichnet.

Nachdem die Tageszeitung Die Welt in ihrer Online-Ausgabe darüber berichtet hatte, beschwerte sich „MuslimStern“ über die „Empörung der deutschen Propagandapresse“. Eine Kommentatorin schrieb (Rechtschreibung wurde übernommen): „Die ganzen Medien sind doch gekauft von den drecks Zionisten.“ Eine andere schrieb: „Wir sollten alle unsere Smartphones wegwerfen. Das haben die Zionisten miterfunden.“ (ph)

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