Münster Wirtschaft und Verkehr

Germania stellt den Flugbetrieb ein

Münster. Germania hat Insolvenz angemeldet und den Flugbetrieb bereits in der Nacht zum Dienstag eingestellt. Mehrere Airlines kündigten sofort an, gestrandeten Germania-Fluggästen zu helfen. Insbesondere für den Flughafen Münster/Osnabrück ist die Insolvenz eine schlechte Nachricht. Noch am Montag hieß es, eine Investorengruppe aus NRW wolle der krisengeschüttelten Fluglinie helfen.

Die Fluggesellschaft Germania hat am Montag beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg Insolvenz beantragt. Das teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Der Flugbetrieb wurde bereits in der Nacht zum Dienstag eingestellt.

Noch am Montag hieß es, Investoren aus Nordrhein-Westfalen wollen der von Liquiditätsproblemen geplagten Airline helfen. „Germania äußert sich derzeit nicht zum aktuellen Stand der Finanzierungsgespräche. Der Flugbetrieb verläuft stabil“, wurde dazu auf Nachfrage der Presse-Agentur dpa mitgeteilt.

Hilfe anderer Airlines für gestrandete Fluggäste

Von der Einstellung des Flugbetriebs betroffene Fluggäste, die ihren Germania-Flug im Rahmen einer Pauschalreise gebucht haben, können sich zur Organisation einer Ersatzbeförderung direkt an ihren jeweiligen Reiseveranstalter wenden. Passagiere, die ihr Flugticket direkt bei Germania gekauft haben, gehen jedoch leer aus und haben keinen Anspruch auf Ersatzbeförderung.

Die Fluglinien Eurowings, Laudamotion und TUIfly kündigten aber sofort an, gestrandeten Germania-Fluggästen helfen zu wollen. So bot Laudamotion am Dienstag „Rescue Fares für Germania-Passagiere“ in Form von Tickets ab 9,99 Euro an. Eurowings und TUIfly boten Germania-Fluggästen im Falle einer Buchung die Rückerstattung von 50 Prozent des Flugpreises an.

Schlechte Nachricht für den Flughafen Münster/Osnabrück

Insbesondere für den Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) ist die Insolvenz von Germania eine schlechte Nachricht. Dort war Germania mit einem Marktanteil von 26 Prozent nach der Lufthansa mit 36 Prozent die zweitwichtigste Fluggesellschaft. Dank des hauptsächlich touristischen Engagements von Germania gelang es dem FMO im vergangenen Jahr, seine Fluggastzahlen wieder auf über eine Million zu steigern. Für den Sommer 2019 hatte Germania angekündigt, ein drittes Flugzeug am FMO zu stationieren.

„Germania hatte am 19. Januar die Lösung der Finanzierungsfragen bekannt gegeben und wörtlich hinzugefügt, dass damit die mittel- und langfristige Perspektive gesichert sei. Knapp zwei Wochen später eine Insolvenz zu verkünden, verwundert doch sehr“, sagte FMO-Geschäftsführer Rainer Schwarz in einer ersten Stellungnahme. „Wir werden nun alles daran setzen, gemeinsam mit den touristischen Partnern schnellstmöglich das Touristikprogramm am FMO zu sichern.“

Bild: Ein Airbus A.319 von Germania nach der Landung in Münster/Osnabrück. Bildrechte: NRW.direkt

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