Nachrichten Rhein-Erft-Kreis

Gewalteskalation im Hambacher Forst

Kerpen. Am Dienstag wurde ein Polizist mit Steinen beworfen und verletzt. Nur einen Tag später wurde ein RWE-Fahrzeug mit Steinen beworfen. Der Wagen überschlug sich mehrfach. Aber trotz der Gewalteskalation im Hambacher Forst sind Medien und Polizei auch weiterhin nicht bereit, deren Urheber als Linksextremisten zu bezeichnen.

Das RWE-Fahrzeug nach dem Angriff (Bild: Polizei)

Das RWE-Fahrzeug nach dem Angriff (Bild: Polizei)

Am Mittwochvormittag kam es auf der Landstraße 276 erneut zu einem gewaltsamen Angriff auf ein Fahrzeug des Energie-Konzerns RWE. Unbekannte Täter warfen Steine auf das vorbeifahrende Fahrzeug. Der Fahrer verlor die Kontrolle über den Wagen, der sich daraufhin mehrfach überschlug. Vier Insassen wurden verletzt. Die Täter flüchteten in das angrenzende Waldgebiet.

Nach dem Angriff auf das RWE-Fahrzeug wurde der Waldbereich großräumig mit starken Polizeikräften umstellt und durchkämmt. Unterstützt wurden diese Maßnahmen von einem Polizeihubschrauber. Sechs Personen wurden vorläufig festgenommen. Während der Durchsuchung des Walds wurden die Polizisten aus einem Baumhaus heraus mit Feuerwerkskörpern beworfen. Zwei Frauen aus dem Baumhaus wurden zur Vernehmung nach Aachen gebracht. Mit Ausnahme der beiden Frauen wurden alle Personen nach der erkennungsdienstlichen Behandlung wieder freigelassen. Bereits am Dienstag wurde ein Polizist mit Steinen beworfen. Nachdem er gestolpert war, wurde er mit Stockschlägen attackiert. Der am Kopf verletzte Beamte musste ins Krankenhaus gebracht werden. Auch das Fahrzeug eines Polizeihundeführers wurde mit Steinen beworfen.

Keine Linksextremisten, nur „Aktivisten“

Die Polizei ist derzeit im Hambacher Forst mit massiven Kräften im Einsatz, um Rodungsarbeiten von RWE für den fortschreitenden Tagebau zu schützen. Der Hambacher Forst gilt in links-ökologischen Kreisen seit Jahren als Symbol für den Kampf gegen den Braunkohletagebau. In den letzten Wochen eskalierte dabei die Gewalt.

Trotz der Eskalation bezeichnen Medien und Polizei die Täter jedoch auch weiterhin nicht als Linksextremisten. Stattdessen werden für die Gewalttäter verharmlosende und positiv besetzte Begriffe wie „Aktivisten“, „Umweltaktivisten“ oder „Tagebauaktivisten“ verwendet. Den Vogel schoss dieses Mal der Kölner Stadt-Anzeiger ab, der nach den Steinwürfen auf den Polizisten von „vermummten Aktivisten“ geschrieben hat. (ph)

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