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Golland neuer Fraktionsvize

Düsseldorf. Bei der Besetzung des Innenministeriums wurde der konservative Hardliner Gregor Golland noch übergangen. Am Dienstag wurde Golland zumindest zum stellvertretenden Vorsitzenden der CDU-Landtagsfraktion gewählt.

Gregor Golland (Bild: NRW.direkt)

Die CDU-Landtagsfraktion wählte am Dienstag den Brühler Landtagsabgeordneten Gregor Golland zum stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden. „Ich bedanke mich bei meinen Landtagskollegen für den Vertrauensbeweis und freue mich auf die bevorstehende Arbeit im Vorstand mit unserem Fraktionsvorsitzenden Bodo Löttgen. Das ist auch ein Zeichen der Anerkennung meiner langjährigen Arbeit als Innenexperte in der CDU-Landtagsfraktion“, sagte der 42-Jährige nach seiner Wahl. Zu weiteren Stellvertretern wurden Petra Vogt, Rainer Deppe, Marcus Optendrenk, Thorsten Schick und Daniel Sieveke gewählt.

Gregor Golland gehört dem Landtag seit 2010 an. Der Diplom-Kaufmann und Oberstleutnant der Reserve gilt als konservativer Hardliner. Die Tageszeitung Die Welt bezeichnete ihn 2016 als „ein Stück CSU mitten in NRW“. In der letzten Legislaturperiode brachte er den damaligen Landesinnenminister Ralf Jäger (SPD) mit seinen Nachfragen mehrfach in Erklärungsnot. Nach den sexuellen Übergriffen in der Silvesternacht 2015/2016 in Köln sprach Golland als erster Landtagsabgeordneter gegenüber den Medien davon, dass die Täter Flüchtlinge gewesen sind. Er wurde dabei mit folgender Aussage zitiert: „Seien wir doch mal ehrlich: Frau Kraft wäre tief betroffen auf der Domplatte erschienen und wahrscheinlich noch in Tränen ausgebrochen, wenn das ein rechter Mob gewesen wäre. Es waren einfach die falschen Täter.“

Trotz seiner Qualifikationen als Innenexperte wurde Gregor Golland aber bei der Entscheidung für Jägers Nachfolge übergangen. Stattdessen entschied sich Ministerpräsident Armin Laschet für den fachfremden 64-jährigen EU-Abgeordneten Herbert Reul als neuen Landesinnenminister. (ph)

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