Mülheim an der Ruhr Nachrichten

Großeinsatz wegen Familien-Clans

Mülheim. Ein Streit zweier arabischer Familien führte am Samstagabend zu einem Großeinsatz der Polizei. Dabei wurden die Einsatzkräfte auch aus dem Hinterhalt mit Flaschen und Steinen beworfen. Erst nachdem massive Verstärkung aus anderen Ruhrgebietsstädten eingetroffen war, konnten die Polizisten gefahrlos ihre Arbeit machen.

Der Streit zweier Jugendlicher im Alter von 14 und 16 Jahren führte am späten Samstagabend in der Innenstadt von Mülheim an der Ruhr offenbar zu einem Konflikt zwischen zwei arabischen Familien. Zwischen der Kämpchenstraße und der Kaiserstraße kam es auf dem Dickswall in den späten Abendstunden zu etlichen Auseinandersetzungen, an denen bis zu 80 Personen beteiligt waren.

Zunächst erhielt die Polizei Kenntnis von Streitigkeiten im Bereich Dickswall/Kämpchenstraße, wo der Vater eines Beteiligten mit seinen etwa 15 Familienangehörigen den Vorfall schilderte. Als der vermeintliche Kontrahent aus einem dortigen Wohnhaus trat, kam es sofort zu verbalen Auseinandersetzungen. Die Polizisten drängten ihn zurück in das Haus, wurden aber sofort von aggressiven Gruppen verfolgt, die den Mann im Hausflur mit Schlägen angriffen. Nur mit dem Einsatz von Schlagstöcken konnten die Polizisten eine Trennung der Parteien erreichen.

Polizisten mit Flaschen und Steinen beworfen

Auch im weiteren Verlauf zeigten sich die beteiligten Familien, die kurz darauf weiteren Zulauf, unter anderem aus Duisburg, erhielten, den Polizisten gegenüber „sehr aggressiv“. Vereinzelt mussten die Einsatzkräfte zur eigenen Sicherheit Reizgas einsetzen. Die Auseinandersetzungen, die Zeugen der Polizei auch aus dem umliegenden Straßen meldeten, stehen vermutlich im Zusammenhang mit dem Konflikt der beiden Großfamilien. Die Einsatzleitstelle schickte daraufhin Verstärkung nach Mülheim. Später kamen auch Einsatzkräfte aus Gelsenkirchen, Duisburg, Oberhausen sowie von der Bereitschaftspolizei aus Bochum hinzu. Erst nachdem die massive Polizeipräsenz vor Ort sichtbar wurde, konnten die Polizisten gefahrlos ihre Maßnahmen treffen.

Unbekannte erschwerten die Situation zusätzlich, in dem sie aus dem Hinterhalt oder aus Häusern Lebensmittel, Flaschen und auch Steine auf die Einsatzkräfte warfen. Glücklicherweise trafen die Wurfgeschosse keine Menschen, zwei Einsatzfahrzeuge aber wurden beschädigt. Ein Polizeihubschrauber kreiste über der Szene und beobachtete die Bewegungen der kleineren Personengruppen. Erst nach 1 Uhr in der Nacht beendete die Polizei die Vollsperrung der Straße Dickswall. Vier Personen kamen die Nacht über in das Essener Polizeigewahrsam. Bis in den Sonntagmorgen patrouillierten Streifen der Polizei verstärkt in der Mülheimer Innenstadt.

Bild: NRW.direkt / Quelle: Polizei

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