Politik

Grüne beklagen „Rechtsruck“

Düsseldorf. Für Sylvia Löhrmann ist das Umfrage-Tief der Grünen einer aggressiver gewordenen Grundstimmung in der Gesellschaft geschuldet. Jetzt werben die Grünen bei Anhängern anderer Parteien um Zweitstimmen. Wenn sie nicht mehr im Landtag vertreten wären, wäre die Demokratie in Gefahr, lautet ihr Argument.

Wahlkampfstand der Grünen (Bild: NRW.direkt)

Sylvia Löhrmann, Spitzenkandidatin der nordrhein-westfälischen Grünen, hält eine aggressiver gewordene Grundstimmung in der Gesellschaft für die Ursache des Umfrage-Tiefs ihrer Partei. In einem Interview in der Freitagsausgabe der Rheinischen Post sagte Löhrmann: „Wir erleben derzeit eine in Teilen aggressive gesellschaftliche Stimmung. Zu Beginn dieser Legislaturperiode gab es noch keinen Brexit, keine AfD und keinen Donald Trump. Es ist nicht mehr so einfach für die Grünen, mit ihren Themen durchzudringen.“

Auch der Wahlkampf in Nordrhein-Westfalen habe sich in den letzten Wochen verändert. „Wir erleben in den letzten Wochen eine starke Polarisierung. Der Wahlkampf in NRW ist zum Lagerwahlkampf geworden. Der Rechtsruck der Politik kommt nicht nur von der AfD. Auch die CDU und die FDP sind weiter nach rechts gerückt“, sagte Löhrmann.

Demokratie ohne Grüne in Gefahr?

Obwohl die Umfragen zwei Wochen vor der Landtagswahl bei anderen Parteien stark schwanken, liegen die Grünen konstant um die sechs Prozent. Damit müssen sie um den Wiedereinzug in den Landtag fürchten. Jetzt werben die nordrhein-westfälischen Grünen um Zweitstimmen von Anhängern anderer Parteien: „Am 14. Mai geht es für uns Grüne in NRW um den Wiedereinzug in den Landtag. Die Menschen betrachten uns als selbstverständlichen Teil der Landespolitik. Viele Menschen verlassen sich darauf, dass es am Ende für uns Grüne reichen wird – aber das ist falsch. Am Ende können wenige Stimme entscheiden, jede Zweitstimme für Grün zählt“, hieß es in einer am Dienstag auf der Facebook-Seite der NRW-Grünen veröffentlichen Erklärung.

Um die Wähler von sich zu überzeugen, schrecken die Grünen auch nicht vor der Behauptung zurück, dass ohne sie die Demokratie in Gefahr wäre: „Wenn Grüne im Landtag fehlen, fehlt Nordrhein-Westfalen Menschlichkeit und Haltung. Hass und Hetze übernehmen. Das ist nicht nur eine Gefahr für die Grünen, sondern auch für die Demokratie an sich“, hieß es in der Erklärung weiter. (ph)

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