Düsseldorf Wirtschaft und Verkehr

Grüne stänkern zum Flughafen-Geburtstag

Düsseldorf. Am Mittwoch feierte der Flughafen seinen 90. Geburtstag. Genau an diesem Tag wurde ein Brief des dafür gar nicht zuständigen Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) mit dessen Ablehnung der vom Flughafen beantragten Kapazitätserweiterung öffentlich gemacht.

Am 19. April 1927 wurde der Flughafen Düsseldorf durch den damaligen Oberbürgermeister Robert Lehr offiziell eröffnet. Zuvor hatte die Stadt den Flughafen gegen die preußische Regierung in Berlin durchgesetzt, die Essen und Köln als Standorte bevorzugt hatte. Der Flugbetrieb wurde am 5. Oktober 1927 aufgenommen, als die ersten Propeller-Maschinen der damaligen Luftverkehrsgesellschaft Ruhrgebiet vom Flugfeld Golzheimer Heide aus in Richtung Berlin, München und Malmö starteten. 90 Jahre später verzeichnet der Flughafen mehr als 23 Millionen Fluggäste im Jahr und ist eines der wichtigsten Drehkreuze von Air Berlin sowie den Lufthansa-Billigflugtöchtern Eurowings und Germanwings. Grund genug, den runden Geburtstag am Mittwoch zusammen mit Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD), vielen Zeitzeugen und Gastauftritten historischer Flugzeuge zu feiern.

Während andere Politiker dem Flughafen gratulierten, meldete sich Landesumweltminister Johannes Remmel (Grüne) in Form eines an seinen Kabinettskollegen Michael Groschek (SPD) gerichteten, aber offenbar an die Rheinische Post lancierten und von der genau am Mittwoch in Teilen veröffentlichten Schreibens zu Wort. In dem Brief erklärt Remmel, dass er den Antrag des Flughafens auf Erweiterung seiner Kapazitäten für nicht genehmigungsfähig hält. Unter anderem behauptet er: „Die Betreiberin des Flughafens Düsseldorf begründet ihren Antrag auf Kapazitätserweiterung offensichtlich mit fehlerhaften Dokumenten. So enthält vor allem die eingereichte Umweltverträglichkeitsstudie etliche Fehler. Abschließend weise ich deshalb darauf hin, dass eine Genehmigung im Rahmen eines Planfeststellungsverfahrens nicht auf der Grundlage einer unzureichenden Umweltverträglichkeitsprüfung erteilt werden kann.“

Um zukünftig in verkehrsstarken Tageszeiten 60 statt der bisherigen 47 Slots anbieten zu können, hatte der seit Jahren an seine Kapazitätsgrenzen stoßende Flughafen Anfang 2016 einen entsprechenden Planfeststellungsantrag eingereicht. Der Begriff Slot kennzeichnet ein Zeitfenster, während dessen eine Fluglinie den Airport zum Starten oder Landen eines Flugzeugs benutzen darf. Bislang ist über den von den Grünen massiv bekämpften Antrag noch nicht entschieden worden. Für die Entscheidung zuständig ist aber nicht das Landesumweltministerium, sondern das von Michael Groschek geführte Landesverkehrsministerium.

Bild: Flughafen Düsseldorf. Bildrechte: NRW.direkt

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