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Grüne wollen vorzeitiges Ende für Luftschiff „Theo“

Essen/Mülheim. Das Land will seine Anteile am Flughafen an die Kommunen verkaufen. Die Grünen machen ihre Zustimmung davon abhängig, dass die Verträge mit der WDL Luftschiffgesellschaft bereits 2024 gekündigt werden. Droht dem überall in der Region bekannten Luftschiff „Theo“ damit das vorzeitige Ende? Unternehmenssprecher Frank Peylo sieht das nicht so und gibt sich kämpferisch.

Im Rechtsstreit um den Ausstieg des Landes Nordrhein-Westfalen aus dem Flughafen Essen/Mülheim haben sich die Parteien auf einen Vergleich geeinigt. Der sieht vor, dass die Mitgesellschafter Essen und Mülheim den Anteil des Landes zu gleichen Teilen für jeweils einen Euro übernehmen. Der Rat in Essen stimmte dem Vergleich bereits am Mittwoch zu. Am Donnerstag soll der Rat in Mülheim an der Ruhr zustimmen. Bislang gehörte die Flughafen Essen/Mülheim GmbH zu jeweils einem Drittel dem Land sowie den Städten Essen und Mülheim an der Ruhr.

Wie die WAZ am Mittwoch berichtete, haben die Grünen ihre Zustimmung zu dem Vergleich davon abhängig gemacht, dass die Verträge mit der WDL Luftschiffgesellschaft bereits 2024 gekündigt werden. Die 1972 gegründete WDL Luftschiffgesellschaft hat ihren Sitz am Flughafen Essen/Mülheim. Dabei dient der Flughafen als Heimatbasis für das Prallluftschiff „Theo“, das die Gesellschaft von dort zu Rundflügen sowie zu Werbezecken einsetzt. Jährlich fliegen rund 3.000 Passagiere mit dem Luftschiff, das auch als Wahrzeichen der Region gilt. Essen/Mülheim und Friedrichshafen am Bodensee sind die letzten Standorte in Deutschland, an denen es noch Luftschiffe gibt.

Frank Peylo, Unternehmenssprecher der WDL Luftschiffgesellschaft, sagte am Mittwochabend, dass er keine politische Mehrheit für die Forderung der Grünen sieht. Deren Forderung habe bereits in Essen keine Zustimmung gefunden. Er gehe davon aus, dass dies auch bei der Abstimmung in Mülheim am Donnerstag der Fall sein wird. „Wir werden alles daran setzen und gehen davon aus, dass bis 2034 geflogen wird“, sagte Peylo unserer Redaktion. „Das werden wir zur Not auch erstreiten.“ Eine vollständige Einstellung des Flugbetriebs ist in Essen/Mülheim vor 2034 nicht möglich, weil erst dann der Pachtvertrag mit dem Aeroclub Mülheim/Ruhr ausläuft. (ph)

Bild: Luftschiff „Theo“. Bildrechte: NRW.direkt

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