Mönchengladbach Panorama

Gut besuchtes „Oldtimer Fly & Drive In“

Mönchengladbach. Das „Oldtimer Fly & Drive In“ lockte am Sonntag mehrere hundert Besucher zum Flughafen. Hauptattraktion waren die seit Monaten ausgebuchten Rundflüge mit einer Ju-52 aus der Schweiz. Das Schicksal der eigenen Ju-52 ist jedoch weiter ungewiss. Wegen der kostspieligen Suche nach neuen Original-Motoren kann das historische Flugzeug seit Oktober 2016 nicht mehr abheben.

Die Mischung aus fahrenden und fliegenden Oldtimern kam bei den Besuchern gut an (Bilder: NRW.direkt)

Bei sommerlichem Wetter strömten am Sonntag mehrere hundert Besucher in den Hugo-Junkers-Hangar am Mönchengladbacher Flughafen. Hauptgrund war das Gastspiel einer auf dem schweizerischen Militärflugplatz Dübendorf stationierten „Tante Ju“ mit der Kennung HB-HOT. Ursprünglich war auch die D-INKA angekündigt, eine 1949 gebaute, zur Jahrtausendwende restaurierte und jetzt in Essen/Mülheim beheimatete de Havilland DH-104 „Dove“. Aus organisatorischen Gründen mussten die Betreiber des in den 50er-Jahren bei der ehemaligen Düsseldorfer Fluggesellschaft LTU eingesetzten Flugzeuges jedoch kurzfristig absagen.

Dafür konnten die Besucher auch Oldtimer auf vier Rädern in großer Anzahl bewundern. Der Betreiber des Hugo-Junkers-Hangars hatte die Besitzer historischer Fahrzeuge im Vorfeld aufgefordert, am Sonntag zum Flughafen zu kommen und diese dort auszustellen. Vom edlen Rolls-Royce über mehrere VW Käfer bis hin zum historischen Traktor oder dem Militär-Jeep bekamen die Besucher beim „Oldtimer Fly & Drive In“ damit ein breites Spektrum historischer Fahrzeuge geboten.

Rundflüge seit Monaten ausgebucht

Das Cockpit der Ju-52 (Bilder: NRW.direkt)

Hauptattraktion aber war die HB-HOT: Die 1939 in Dessau gebaute 17-sitzige Ju-52/3m überlebte den zweiten Weltkrieg in der neutralen Schweiz und war bis in die 80er-Jahre beim dortigen Militär im Einsatz. 1985 wurde sie von der Ju-Air übernommen, einer Vereinigung, die gegründet wurde, um Rundflüge mit Ju-52-Flugzeugen zu organisieren. Heute ist die HB-HOT eine von nur noch sieben flugfähigen Ju-52/3m auf der Welt. Die insgesamt sechs Rundflüge mit der „Tante Ju“ dauerten jeweils etwa 40 Minuten und waren bereits vor Monaten ausgebucht.

Die als „Gladbachs Tante Ju“ bekannte Ju-52 mit der Kennung HB-HOY aber konnte am Sonntag nur besichtigt werden. Die 1949 von der spanischen CASA gebaute, von 1976 bis 1991 auf der Besucherterrasse des Düsseldorfer Flughafens ausgestellte, später vom Verein der Freunde historischer Luftfahrzeuge (VfL) wieder flugfähig gemachte und seit 1997 als Dauerleihgabe der Ju-Air in Mönchengladbach beheimatete Ju-52/3m absolvierte ihren letzten Flug am 29. Oktober 2016. Danach konnte sie nicht mehr fliegen, weil die Motoren ausgetauscht werden müssen.

Gladbacher Ju-52 braucht neue Original-Motoren

Viele Besucher spendeten, damit die Mönchengladbacher Ju-52 wieder fliegen kann (Bilder: NRW.direkt)

Dafür kommen aber nur Original-BMW-Motoren in Frage, da der Einbau anderer Motoren zum Verlust der Zulassung führen würde. Die Kosten dafür beziffert der VfL mit 1,3 Millionen Euro. Das Hauptproblem ist jedoch, die Motoren überhaupt zu finden. Der VfL hofft jetzt auf Motoren nicht mehr flugfähiger Ju-52. Falls sich keine Original-Motoren mehr finden ließen, könnte das historische Flugzeug nicht mehr abheben.

An der Situation habe sich nichts geändert und die Suche nach neuen Motoren gehe weiter, hieß es am Rande der Veranstaltung. Die vielen Geldscheine in der Spenden-Vitrine vor der HB-HOY zeigten jedoch eindrucksvoll, dass die Menschen in Mönchengladbach „ihre“ Ju-52 noch lange nicht aufgegeben haben.

Bild ganz oben: Die Motoren der HB-HOT werden nacheinander angelassen. Alle anderen Bilder können durch Anklicken vergrößert werden.

Rundflug-Reservierungen für das Jahr 2018 sind ab Ende September/Anfang Oktober unter www.ju52rundflug.de/ möglich. Der rund 40-minütige Rundflug mit der Ju-52/3m kostete zuletzt 276,50 Euro inklusive Steuern und Gebühren. Informationen zum Verein der Freunde historischer Luftfahrzeuge sowie zur Möglichkeit, die Suche nach neuen Motoren für die Mönchengladbacher Ju-52 mit Spenden zu unterstützen, finden sich unter www.hb-hoy-spende.de.

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