Hambacher Forst: Bagger besetzt

Düren. Vier Braunkohlegegner haben in der Nacht zum Samstag zwei Verladebagger im RWE-Tagebau Hambacher Forst besetzt und sich an die Maschinen gekettet. Die zu ihrer Bergung eingesetzten Spezialkräfte wurden von den selbsternannten Aktivisten als „Kletterbulleneinheit“ bezeichnet.

Insgesamt vier Störer, drei davon Frauen, haben in der Nacht zum Samstag zwei Bagger im RWE-Tagebau Hambacher Forst besetzt. Dazu ketteten sie sich auch an die Maschinen an. Hierzu trugen sie Bügelschlösser um den Hals, die mit Teilen des Baggers verbunden waren. Den Betrieb der Maschinen musste eingestellt werden.

Zur Bergung der Braunkohlegegner forderte die Kreispolizeibehörde Düren die Bereitschaftspolizei an, darunter auch eine technische Einsatzeinheit und ein Höheninterventionsteam. Bis etwa 13 Uhr konnten mit der Hilfe der Spezialisten alle vier Störer vom Bagger entfernt werden. Zum Feststellen ihrer Identität wurden sie von den Beamten Polizeiwache nach Düren gebracht. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen konnten sie die Wache wieder verlassen.

Strafverfahren statt Prügel

Seit mehr als drei Jahren kämpfen Braunkohle-Gegner gegen die Ausbreitung des Tagebaus zwischen dem Rhein-Erft-Kreis und Düren. Hierbei kommt es immer wieder zu Besetzungen von Teilen des Forstes und der Bagger. Die selbsternannten Aktivisten berichteten im Internet live von ihrer Aktion. Dabei wurden die Einsatzkräfte als „Kletterbulleneinheit“ bezeichnet. Um 11 Uhr 35 wurden Gesinnungsgenossen aufgefordert, vorsorglich zur Polizeiwache nach Düren zu kommen und „Solidarität zu zeigen“. Sieben Stunden zuvor beschwerten sie sich empört darüber, dass ein Mitarbeiter des RWE-Sicherheitsdienstes zu einer Aktivistin gesagt haben soll: „Wärst du meine Tochter, würde ich dir ’ne Tracht Prügel verpassen.“ Jetzt erwartet die Braunkohlegegner ein Strafverfahren wegen Hausfriedensbruchs. Über die Kosten des Polizeieinsatzes ist nichts bekannt. (ph)

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