Düsseldorf Geplanter IS-Anschlag in Düsseldorf? Justiz

Hamza C. abgeschoben

Düsseldorf. Einem Medienbericht zufolge wurde Hamza C. abgeschoben. Der Algerier musste sich wegen der angeblichen Planungen eines Altstadt-Anschlags vor dem Oberlandesgericht verantworten, wurde aber Ende Januar freigesprochen. Vor Gericht hatte sich Hamza C. zumeist lachend und feixend präsentiert.

Hamza C. vor Gericht (Bild: NRW.direkt)

Wie Spiegel-Online am Montag berichtete, wurde der 29-jährige Hamza C. nach Algerien abgeschoben. Bundespolizisten haben C. nach Informationen des Spiegel am vergangenen Freitag auf dem Flug in seine Heimat begleitet. Zuvor hatten ihm algerische Behörden Passersatzpapiere ausgestellt. Seine Abschiebung war seit Dezember 2017 betrieben worden.

Hamza C. musste sich im letzten Jahr vor dem Oberlandesgericht in Düsseldorf wegen des Vorwurfs der Planungen eines Anschlags verantworten. Im Juni 2016 sorgten Zeitungsberichte für Entsetzen, nach denen vier Männer, darunter auch Hamza C., im Auftrag der Terror-Organisation (IS) einen Anschlag in der Düsseldorfer Altstadt geplant haben sollen. Die Darstellungen basierten im Wesentlichen auf den Aussagen des 30-jährigen Saleh A., der sich in Frankreich den Behörden gestellt hatte.

Anschlagsplanungen offenbar nur ausgedacht

Bizarre Erklärungen von Saleh A. führten nach der Prozesseröffnung im Juli 2017 jedoch schnell zu Zweifeln an seinen Darstellungen. Schon bald stand der Verdacht im Raum, dass sich der Syrer Planung und Nichtausführung des Blutbads nur ausgedacht hat, um – so seine eigenen Worte – „einen Aufenthaltstitel, einen gewissen Geldbetrag und ein Haus oder zumindest eine Wohnung als Belohnung“ für dessen vermeintliche Nicht-Ausführung zu bekommen. Zuletzt räumte Saleh A. auch ein, dass seine Geschichte nicht der Wahrheit entsprochen habe.

Für Hamza C. bedeutete das die Abtrennung seines Verfahrens. Anhaltspunkte für terroristische Aktivitäten ergaben sich bei ihm nicht. Am 31. Januar wurde er freigesprochen. Auf freien Fuß kam er dennoch nicht mehr; unmittelbar nach seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft wurde der Algerier, der sich im Asylverfahren als Syrer ausgegeben hatte, in Abschiebehaft genommen.

Vor Gericht hatte sich Hamza C. zumeist lachend und feixend präsentiert. In einer Sitzung verärgerte er den Staatsanwalt, indem er ihn höhnisch anlachte. Im September sorgte er mit einem kurzzeitigen Hungerstreik für Irritationen. Begründet wurde der Hungerstreik damit, dass er sich in der Haft ungerecht behandelt gefühlt habe. So soll es dort unter anderem zu laut zum Beten gewesen sein. Einem Medienbericht zufolge soll er jedoch in seiner Zelle randaliert haben. Auch hätten sich Mithäftlinge über seinen nächtlichen Lärm und seine „Allahu akbar“-Rufe beschwert.

Print Friendly, PDF & Email