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„Hauptbahnhof aktuell kein Angstraum“

Essen. Die Umgebung des Hauptbahnhofs stellt aktuell keinen Angstraum dar. Zu diesem Ergebnis kamen Polizei und Innenministerium nach einer Anrage des Landtagsabgeordneten Herbert Strotebeck (AfD). Hintergrund war die Verwüstung einer Tchibo-Filiale durch syrische Jugendliche. Zu einer möglichen Abschiebung der als Täter ermittelten Personen wollte das Ministerium aus Gründen des Datenschutzes jedoch nichts sagen.

Am 19. November verwüsteten sieben syrische Jugendliche im Alter von 13 bis 18 Jahren eine Tchibo-Filiale im Essener Hauptbahnhof. Dabei rissen sie Teile der Regale heraus und griffen zwei Ladendetektive mit Stangen sowie Regalböden an. Einer der Detektive wurde durch die Angriffe so verletzt, dass er in eine Klinik eingeliefert werden musste. Die drei Mitarbeiterinnen der Filiale standen laut der Bundespolizei sichtbar unter Schock und konnten zu den Vorkommnissen kaum Angaben machen. Die Bundespolizisten mussten dabei, der Lage Herr zu werden, anfänglich auch von der Landespolizei unterstützt werden. Das Geschäft musste anschließend geschlossen werden. Die Tatverdächtigen aber wurden bereits am nächsten Tag wieder auf freien Fuß gesetzt.

In einer am Dienstag veröffentlichten Antwort auf eine unter anderem auf diesen Vorfall bezogene Kleine Anfrage des Landtagsabgeordneten Herbert Strotebeck (AfD) wies das Landesinnenministerium darauf hin, dass keine Erkenntnisse dafür vorliegen, „dass die Menschen während des Aufenthaltes in dem Bereich des Bahnhofes erhebliche Angst oder Unsicherheit verspüren“. Auch dafür, „dass die Umgebung des Bahnhofes von der Bevölkerung aus Angst gemieden wird“, gebe es keine Erkenntnisse. Die Polizei sei nach Auswertung der Kriminalitäts- und Einsatzbelastung zu der Einschätzung gelangt, „dass die Umgebung des Essener Hauptbahnhofes aktuell keinen Angstraum darstellt“.

Auf Strotebecks Nachfrage, ob sich die Landesregierung für eine schnelle Abschiebung der als Täter ermittelten Personen einsetzen will, betonte das Ministerium, dass „der Abschiebung von ausreisepflichtigen Straftätern in Nordrhein-Westfalen eine besondere Priorität zukommt“. Zu konkreten Fällen könnten jedoch aus datenschutzrechtlichen Gründen keine weitergehenden Angaben gemacht werden. (ph)

Bild: Die Tchibo-Filiale nach dem Gewaltausbruch. Bildrechte: Bundespolizei

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