Dortmund Politik

„Heißer Samstag“ in Dortmund?

Dortmund. Am kommenden Samstag wollen bis zu 1.000 Neo-Nazis durch die Stadt ziehen. Gegendemonstrationen gewaltbereiter Linksextremisten bereiten der Polizei schon jetzt große Sorgen. Nur auf einer kleinen Veranstaltung am Rande wird gegen Neo-Nazis und Linksextremisten Position bezogen.

Die Polizei könnte am Samstag erneut zum Ziel von Angriffen werden (Bild: NRW.direkt)

Die Polizei könnte am Samstag erneut zum Ziel von Angriffen werden (Bild: NRW.direkt)

Unter dem Motto „Tag der deutschen Zukunft“ wollen am kommenden Samstag bis zu 1.000 Neo-Nazis durch Dortmund ziehen. Ursprünglich wollten die Rechtsradikalen durch die Nordstadt ziehen, einem eng bebauten Viertel nördlich des Hauptbahnhofes, das von einer hohen Dichte an Migranten, starker Arbeitslosigkeit und Kriminalität gekennzeichnet ist. Damit aber war die Polizei nach den Kooperationsgesprächen mit dem Anmelder nicht einverstanden. Jetzt müssen die Rechtsradikalen einen Weg durch die Außenbezirke der Stadt nehmen. Für den Aufmarsch wird bereits seit Wochen in ganz Deutschland mobil gemacht, insbesondere durch die Partei „Die Rechte“.

Aber auch Linke jeder Couleur bereiten sich auf Gegenkundgebungen vor. Kopfschmerzen bereitet der Polizei dabei das hohe Mobilisierungspotential der Antifa. „Widerstand gegen die Neo-Nazis ist insbesondere dann erfolgreich, wenn militantes Vorgehen und Blockaden ineinander spielen“, lautete eine von vielen Ankündigungen auf linken Internet-Seiten. „Der sogenannte ,Tag der deutschen Zukunft‘ übt, so die bisherigen polizeilichen Erkenntnisse, bundesweit große Anziehungskraft auf die linksextremistische, gewaltbereite Szene aus“, hieß es dazu von der Polizei. An anderer Stelle sprach Polizeipräsident Gregor Lange von „gewaltbereiten Linksautonomen, die voraussichtlich in großer Zahl nach Dortmund kommen werden“.

Dem soll mit „starken Kräften“ begegnet werden, die ein Aufeinandertreffen von Links- und Rechtsradikalen verhindern sollen. Zu diesem Zweck weigerte sich die Polizei auch bislang, den Marschweg der Rechtsradikalen öffentlich bekannt zu machen. Damit ist das Gewaltpotential aber noch lange nicht entschärft, denn die eigentliche Bedrohungslage dürfte vielmehr darin bestehen, dass die Antifa Anlässe dieser Art fast immer für brutale und gezielte Attacken gegen Polizisten nutzt. Damit wird Langes Appell, die demonstrierenden Gruppen sollten ihre Versammlungen „friedlich und gewaltfrei durchführen“, nur wenig Aussicht auf Erfolg eingeräumt.

Wenig Demokraten gegen viel Extremisten

Demokratische Kundgebungen, die gleichermaßen gegen Neo-Nazis sowie Linksextremismus Position beziehen, dürften am kommenden Samstag in Dortmund jedoch die Ausnahme sein. Einer der wenigen Lichtblicke sind die „Demokraten gegen Extremismus“, die ab 11 Uhr vor dem Katharinentor mit einem Info-Stand gegen Extremismus zeigen wollen, „dass die Demokraten in diesem Land weder an der Seite der Neo-Nazis noch an der autonomer Linksextremisten stehen“.

Die „Demokraten gegen Extremismus“ haben sich im April auf Initiative der Dortmunder Jungen Union sowie der dortigen Jungen Liberalen gegründet. Unterstützt werden sie unter anderem von dem Dortmunder Bundestagsabgeordneten Thorsten Hoffmann (CDU). Während bei den Neo-Nazis und der Antifa am Samstag jeweils vierstellige Teilnehmerzahlen möglich sind, haben auf der Facebook-Seite der „Demokraten gegen Extremismus“ bis zum Sonntagabend aber lediglich acht Teilnehmer zugesagt.

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