Honoré Daumier im Theatermuseum

Düsseldorf. Wer kennt sie nicht, die weltberühmten Karikaturen von Honoré Daumier? Seine Lithografien verknüpft mit Bildern des zeitgenössischen Theaterfotografen Udo Remmes in der Studioausstellung im Theatermuseum ermöglichen uns einen einzigartigen Zugang zur Geschichte des Theaters.

Das Theatermuseum (Bild: NRW.direkt)

Das Theatermuseum (Bild: NRW.direkt)

Es gibt viel zu entdecken im Düsseldorfer Theatermuseum, und man könnte Tage verbringen in dieser faszinierenden Theaterwelt und Atmosphäre. Audiovisuelle Bild- und Tonträger sowie viele wertvolle Materialien aus der Welt des Theaters locken regelmäßig Theaterbegeisterte und Kulturinteressierte an. Die Puppenbühne „Bauchkribbeln“ erfreut auf der hauseigenen Bühne immer wieder die Kleinen ab drei Jahren.

Honoré Daumier

Die aktuelle Studioausstellung „Lithografie trifft Fotografie“ zeigt über fünfzig Karikaturen von Honoré Daumier (1808-1879), der mit „spitzer Feder“ die Scheinwelt des Theaters im 19. Jahrhundert entlarvt und uns so immer wieder zum Schmunzeln herausfordert. Ironisch zeichnet er die „Bohémiens de Paris“, die selbstgefällige Eitelkeit des Schauspielers oder den ungeduldigen Regisseur. Er lässt einen Musiker im Orchestergraben gähnen und das Publikum naiv oder rebellisch aussehen. In der Ausstellung zu sehen ist auch Daumiers Zeichnung des damaligen Schauspielers Henri B. Monnier (1799-1877) in der berühmten Rolle des Joseph Prudhomme. Ein Symbol für den „selbstherrlichen und zur Fettleibigkeit tendierenden Kleinbürger, der mit sich und seiner Bedeutungslosigkeit vollkommen zufrieden ist“.

Udo Remmes

Zu den Karikaturen passend angeordnet hängen Bilder des Theaterfotografen Udo Remmes (1954-2014), entstanden in den Jahren 2000 bis 2002 an verschiedenen Opernhäusern und Theatern. Sie lüften das Geheimnis vertrauter Theaterabende. Ob bekannte Opernsänger in der Maske, die berühmte Ballerina auf der Ballettbühne oder Gudrun Landgrebe in Großformat, häufig erinnert sich der Museumsbesucher an die Aufführung, die er ja in der Zeit selbst gesehen hat. Diese gut durchdachte kleine Ausstellung mit viel Humor und Witz entführt den Betrachter in eine andere Welt und lässt ihn für einige Zeit die Hektik des Alltags vergessen. Sehenswert!

Die Ausstellung ist bis zum 13. März 2016 zu sehen, Führungen werden angeboten. Theatermuseum Düsseldorf, Jägerhofstraße 1, 40479 Düsseldorf, Telefon 02 11 – 899 61 30 oder 02 11 – 899 46 60, E-Mail theatermuseum@duesseldorf.de.

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Über den Autor

Brigitta Dahlmann

Redakteurin für Kultur bei NRW.direkt seit Dezember 2015.