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Immer mehr Terror-Verdächtige in NRW

Düsseldorf. Die Zahl der Terror-Verdächtigen in NRW ist so hoch wie nie zuvor. Damit droht eine Überforderung der Polizei.

Symbolbild: NRW.direkt

Das berichteten mehrere Medien am Samstag unter Berufung auf ein Dokument des Staatsschutzes. Zuerst hatte der Spiegel darüber berichtet. So habe es 2017 mit rund 14.000 Prüffällen zum islamistischen Terrorismus einen neuen Höchststand gegeben. 2014 waren es noch rund 7.400 solcher Fälle, die zumeist aus Hinweisen auf eine mögliche Radikalisierung resultieren. Damit muss die nordrhein-westfälische Polizei immer mehr Hinweisen auf Terror-Verdacht nachgehen.

Auch der Tunesier Anis Amri, der am 19. Dezember 2017 in Berlin mit einem Lkw-Anschlag zwölf Menschen getötet und mehrere Dutzend schwer verletzt hat, war zunächst ein solcher Prüffall. Ein Mitbewohner in seiner Flüchtlingsunterkunft in Emmerich hatte verdächtige Bilder auf seinem Mobiltelefon gesehen und dies gemeldet. Die Mehrzahl der Hinweise entpuppe sich jedoch nach erfolgter Prüfung als strafrechtlich nicht relevant. Aufgrund der immer höheren Zahl von Verdachtsfällen warne der Staatsschutz nunmehr vor einem „Kontrollverlust“. Erst im März gab es Medienberichte über eine Überforderung des Bundeskriminalamts mit Terror-Verdachtsfällen.

Nordrhein-Westfalen gilt seit Jahren als Salafisten-Hochburg. Von insgesamt rund 3.000 Salafisten wurden 253 als Gefährder eingestuft. Damit ist NRW überproportional mit Gefährdern belastet. (ph)

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