Politik

„Integration in NRW besonders schlecht gelaufen“

Düsseldorf. Die in NRW lebenden Türken haben überproportional für das vom türkischen Präsidenten Erdogan gewünschte Präsidialsystem gestimmt. Für die Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel (CDU) ein Beleg dafür, dass die Integration in NRW „besonders schlecht gelaufen“ ist.

Sylvia Pantel (Bilder: NRW.direkt)

Am Sonntag haben sich die Türken mit einer knappen Mehrheit von 51,4 Prozent für das von ihrem Präsidenten Recep Tayyip Erdogan gewünschte Präsidialsystem entschieden. Das neue System bündelt die Regierungsgewalt beim Staatspräsidenten und stellt damit einen weiteren Schritt der Abkehr der Türkei von der Demokratie dar. Bei der Kampagne für das Präsidialsystem hatte sich die türkische Regierungspartei AKP mit der MHP zusammengetan, der Partei der rechtsextremen „Grauen Wölfe“. In Duisburg und Krefeld feierten viele Türken das von Erdogan gewünschte Wahlergebnis in der Nacht zum Montag mit Auto-Korsos und Hup-Konzerten.

Beunruhigend stimmt die Analyse des Ergebnisses: Während die Menschen in vielen türkischen Großstädten mehrheitlich gegen das Präsidialsystem gestimmt haben, stimmten die in Deutschland lebenden Türken überwiegend dafür. Und beim Binnenvergleich der in Deutschland erzielten Ergebnisse fällt auf, dass die in Nordrhein-Westfalen lebenden Türken überproportional für das Präsidialsystem gestimmt haben. So gab es die deutschlandweit höchste Zustimmung mit 75,9 Prozent im Raum Essen. Die zweithöchste Zustimmung gab es mit 69,7 Prozent im Raum Düsseldorf.

„Diese Zahlen zeigen, dass ein großer Teil der hier lebenden Türken unsere Grundwerte nicht teilt und die Integration in NRW besonders schlecht gelaufen ist“, sagte die Düsseldorfer Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel unserer Redaktion am Montag. „Ich hoffe, dass die Verantwortlichen hier Handlungsbedarf sehen.“ (ph)

Bild ganz oben: Das türkische Konsulat in Düsseldorf während der Abstimmung

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