Düren Politik

Jäger kündigt „Härte“ an

Düsseldorf/Düren. Nach der Massenschlägerei vom Samstag, bei der zehn Polizisten verletzt wurden, droht Landesinnenminister Ralf Jäger (SPD) den Tätern mit der „ganzen Härte des Rechtsstaats“. Der brutale Angriff auf die Polizisten ereignete sich nur kurz vor der von der Landesregierung medial inszenierten „Woche des Respekts“. Der Landtagsabgeordnete Werner Lohn (CDU) erinnerte daran, dass Rot-Grün vier Anträge seiner Partei für eine härtere Bestrafung solcher Angriffe abgelehnt hat.

Ralf Jäger (Bild: NRW.direkt)

Ralf Jäger (Bild: NRW.direkt)

In der als regierungsnah geltenden Rheinischen Post kündigte Landesinnenminister Ralf Jäger am Sonntag an, dass die Täter von Düren die „ganze Härte des Rechtsstaats“ zu spüren bekommen werden. Seine Gedanken seien vor allem bei dem schwer verletzten Polizisten.

Wie bereits berichtet, war ein Mann am Samstag in Düren mit mehreren Unterstützern auf die Straße gestürmt, nachdem er einen Mitarbeiter des Ordnungsdienstes an seinem Wagen bemerkt hatte. Als die Polizei anrückte, gingen die Männer auf die Beamten los. In den Aachener Nachrichten sagte Oberstaatsanwalt Wilhelm Muckel, dass einem Polizisten dabei mit einem Radmutternschlüssel gezielt ins Gesicht geschlagen wurde. Insgesamt zehn Polizisten wurden verletzt. Erst mit Hilfe von Verstärkung war es möglich, die Angreifer zu stoppen und zwei Tatverdächtige festzunehmen. Bei den Festgenommenen handelt es sich laut Polizei um türkischstämmige Personen mit deutscher Staatsbürgerschaft. Am späten Abend wurde in einer Wohnung in Düren ein weiterer Tatverdächtiger von einem Spezialeinsatzkommando festgenommen.

Angriff auf Polizisten ausgerechnet kurz vor der „Woche des Respekts“

Der rot-grünen Landesregierung kommt die Massenschlägerei in Düren ungelegen, weil diese den seit Jahren zunehmenden Angriffen auf Ordnungs- und Rettungskräfte mit einer am Montag beginnenden „Woche des Respekts“ begegnen wollte. Nach sechsjähriger Vorbereitung wurde die „Woche des Respekts“ zusammen mit Kirchen, Gewerkschaften und Sozialverbänden organisiert. Zu den Unterstützern zählen unter anderem Moderatorin Nazan Eckes, Tischtennis-Profi Timo Boll, „Youtuber“ und Musiker Phil Laude sowie die Fußball-Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus. Angekündigt ist unter anderem, dass Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) während der „Woche des Respekts“ Schulprojekte gegen Rassismus besuchen, Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) sich über Ausbildungsmöglichkeiten für Flüchtlinge informieren und Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) als Kontrolleur unterwegs sein wird.

Der Landtagsabgeordnete Werner Lohn (CDU) erinnerte jedoch im Vorfeld der „Woche des Respekts“ daran, dass die rot-grüne Landesregierung bislang acht Initiativen seiner Partei zu einem besseren Schutz von Polizisten und anderen Mitarbeitern des öffentlichen Dienstag vor Gewalt abgelehnt hat, darunter auch vier Anträge mit dem Ziel einer härteren Bestrafung solcher Angriffe. „Es darf nicht länger so sein, dass diejenigen, die unseren Staat täglich repräsentieren und schützen, von der Landesregierung weitestgehend schutzlos allein gelassen werden. Dass Polizisten, Feuerwehrleute, Rettungssanitäter, Mitarbeiter in Sozialämtern, Jobcentern oder sogar Notfallaufnahmen in Krankenhäusern fast täglich Opfer von grundloser Gewalt und Aggression werden, verlangt eine klare Antwort des Rechtsstaats. Nulltoleranz gegenüber Gewalt ist ein Pfeiler für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserem Land“, sagte Lohn am Freitag.

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