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Jäger stellt „Landesgewaltschutzkonzept“ vor

Düsseldorf. Landesinnenminister Ralf Jäger hat ein Konzept gegen die Gewalt in Asylbewerberunterkünften vorgelegt. Die Ursachen dieser Gewalt sieht Jäger in der Traumatisierung geflohener Menschen sowie dem Leben in den Unterkünften. Der SPD-Politiker lobte das neue Konzept ausgiebig, teilte aber keine Details über konkrete Maßnahmen mit.

Ralf Jäger (Bild: NRW.direkt)

Das „Landesgewaltschutzkonzept“ soll Bewohner sowie das Personal in Asylbewerberunterkünften „noch besser“ vor Übergriffen schützen. „Das Konzept wirkt wie ein Erlass, der ständig weiterentwickelt und veränderten Bedingungen angepasst werden kann“, sagte Innenminister Ralf Jäger am Donnerstag. „Es geht bei der Unterbringung darum, Menschen, die sich in einer Ausnahmesituation befinden, ein Stück Alltag und Normalität zu ermöglichen. Viele Geflohene sind traumatisiert. Das Leben in den Einrichtungen kann zu Konflikten führen.“ Das Konzept „verbinde vorbeugende und vermittelnde Elemente, um solche Konflikte möglichst zu vermeiden“.

Erarbeitet wurde das „Landesgewaltschutzkonzept“ in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter, dem Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport sowie unter Beteiligung von Nichtregierungsorganisationen aus dem Bereich der Flüchtlingshilfe, der Frauen- und Mädchenhilfeinfrastruktur, der Landeskoordination der Anti-Gewalt-Arbeit für Lesben und Schwule in NRW sowie der Kinder- und Jugendhilfe. Es wird von allen Zentralen Unterbringungseinrichtungen umgesetzt und gilt auch für die Betreuungs- und Sicherheitsdienstleister.

Keine Auskünfte zu konkreten Maßnahmen

Ralf Jäger lobte das Konzept ausgiebig; so sagte er etwa, dass es „Praktikern verbindliche und konkrete Leitlinien an die Hand“ gebe und „passgenau“ auf die jeweiligen Gegebenheiten vor Ort abgestimmt werde. „Diese Flexibilität ermöglicht es den Einrichtungen, bedarfsgerecht und effizient zu arbeiten.“ Auch war die Rede von „einem ständigen Prozess der Qualitätsentwicklung und -überprüfung“. Auf welchen konkreten Maßnahmen das Konzept basiert, wurde jedoch nicht mitgeteilt. (ph)

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