Düsseldorf Kultur

Enormer Andrang beim Japan-Tag

Düsseldorf. 750.000 Fans japanischer Kultur strömten am Samstag zum 15. Japan-Tag an die Rheinuferpromenade. Viele davon in wunderschönen Kimonos und fantasievollen Kostümen.

Nachmittags ging nichts mehr - Rheinufer und Promenade waren völlig überfüllt (Bild: NRW.direkt)

Nachmittags ging nichts mehr – Rheinufer und Promenade waren völlig überfüllt (Bild: NRW.direkt)

„Sehr anstrengend“, so Lars aus Paderborn in seinem gelben Pokimo-Pikachu-Kostüm. Neben ihm strahlt glücklich seine Freundin als schrille, pinkfarbene Figur aus dem berühmten Manga „Madoka Magica“. Manga, die japanische Version unseres Comics, und Animes, die japanischen Zeichentrickfilme, erfreuen sich inzwischen auch in Deutschland bei den Jugendlichen immer stärkerer Beliebtheit und boomen. 2013 promotete Lady Gaga ihre Japan-Tour als Manga-Girl verkleidet. Das kam an. Anfang des Monats kamen zur „Doki“, einer japanischen Fan-Messe, etwa 31.000 Besucher ins Düsseldorfer Congress-Center.

Da verwundert es nicht, dass die Fans beim Japan-Tag in Düsseldorf kaum einen Fuß vor den anderen setzen konnten. „Sich zu verkleiden und sich mit Charakteren der Manga und Anime-Figuren zu identifizieren, der fernöstlichen Kultur zu begegnen, das ist sicher der Grund für die vielen Besucher“, sagt Lars am Ende des Gesprächs. „Man fühlt sich eben wie eine große Familie.“

Riesengroßer Andrang

An 90 Ständen, drei Bühnen und in mehreren kulturellen Instituten konnten die Besucher der japanischen Lebensart und Kunst begegnen. Ob es nun japanische Techniken zu erlernen galt wie die Blumensteckkunst Ikebana oder die Papierfaltkunst Origami – überall war der Andrang riesengroß. Frustriert war so mancher, der vergeblich seinen Namen auf Japanisch schreiben wollte, weil einfach zu viele mit diesem Wunsch beim Kaligraphen anstanden. Der meiste Trubel herrschte jedoch an einem der begehrtesten Stände: Die Tickets für die Anprobe eines Kimonos, für das aufwändige Binden der hübschen Rückenschleife und für das anschließende Foto waren im Nu ausverkauft – keine Chance. 

Ein magischer Anziehungspunkt war das Heerlager der Samurai vor dem Landtagsgebäude. In originalgetreuen und prachtvollen Rüstungen demonstrierten die Mitglieder der „Takeda Shingen“-Gruppe die japanische Geschichte der Samurai im 16. Jahrhundert. Ebenso fantasievoll zeigten sich die Cosplayer bei ihren Modewettbewerben auf der Haupttribüne. Die Cosplayer verkleiden sich zu verschiedenen Anlässen zu Figuren aus Mangas und Animes. Das Interesse war riesig und sie bekamen immer wieder starken Szenenapplaus. Genauso euphorisch ging es bei allen anderen sportlichen und musikalischen Darbietungen zu.

Feuerwerk als Finale

Höhe- und Schlusspunkt des Japan-Tages war das Feuerwerk, das die Menschen am Rhein am späten Abend faszinierte. Dazu kamen Feuerwerker aus Japan nach Düsseldorf. Diese erlernen ihren Beruf nach japanischer Tradition. Per Hand stellen sie ihre eigenen Feuerwerkskörper her und planen jedes Feuerwerk mit klaren geometrischen Formen und entsprechender Musik. Sie stellten das diesjährige Feuerwerk unter das Motto „Bäume, Blumen, Tiere – die Welt der Natur“.

Und so verzauberten Chrysanthemen, Schmetterlinge, das Meer mit Fischen und Quallen den Himmel. Zum Finale der traditionelle Goldregen. Damit ging der ereignisreiche Japan-Tag mit einem farbenprächtiges Spektakel und viel Poesie zu Ende. Die Landeshauptstadt ist nach London und Paris die drittgrößte japanische Gemeinde in Europa. Rund 6.000 Japaner leben in Düsseldorf. 380 japanische Firmen haben sich dort niedergelassen.

Bild ganz oben: Mitglieder der Takeda-Gruppe in Samurai-Rüstungen. Bildrechte: NRW.direkt

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Über den Autor

Brigitta Dahlmann

Redakteurin für Kultur bei NRW.direkt seit Dezember 2015.