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Ju-52-Tickets bleiben gültig

Mönchengladbach. Nach dem Absturz einer Ju-52 am Samstag in der Schweiz stellt Ju-Air den Flugbetrieb vorerst ein. Ob das Auswirkungen auf die insgesamt 15 noch für August geplanten und seit Monaten ausgebuchten Rundflüge über NRW haben wird, ist bislang nicht bekannt. Bereits gekaufte Tickets und Fluggutscheine bleiben gültig.

Das Innere der HB-HOT (Bilder: NRW.direkt)

Die Schweizer Ju-Air teilte am Sonntag mit, dass deren Flugbetrieb bis auf Weiteres eingestellt ist. Hintergrund ist der Absturz einer Ju-52 der Ju-Air am Samstag in den Schweizer Alpen. Dabei waren 17 Fluggäste, die beiden Piloten und eine Flugbegleiterin ums Leben gekommen. „Der 4. August 2018 ist der schwarze Tag in der Geschichte der Ju-Air“, sagte Kurt Waldmeier, Flugkapitän und Mitgründer von Ju-Air. „Wir sind tief traurig über den Unfall und denken an die 17 Passagiere, unsere drei Crew-Mitglieder und an die Familien und Freunde der Verunglückten. Wir sprechen ihnen unser tief empfundenes, herzliches Beileid aus. Wir alle haben einen sehr großen Verlust erlitten.“

Die Ju-Air wurde 1982 gegründet, um Rundflüge mit ehemaligen Ju-52-Flugzeugen der Schweizer Luftwaffe zu organisieren. Zur Flotte der Ju-Air gehörten bislang drei vor dem Zweiten Weltkrieg in Dessau gebaute Ju-52/3m sowie eine 1949 von der spanischen CASA in Lizenz gebaute Ju-52. Das Unglück am Samstag war der erste Unfall mit Personenschaden in der Geschichte der Ju-Air.

Bislang nur Spekulationen über die Unglücksursache

Die Ju-52 mit der Registrierung HB-HOT war am späten Samstagnachmittag auf dem Rückflug von Locarno nach Dübendorf in den Alpen abgestürzt. Das 79 Jahre alte Flugzeug sei „nahezu senkrecht und mit relativ hoher Geschwindigkeit auf den Boden geprallt“, sagte Daniel Knecht von der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) laut Medienberichten. Am Sonntag wurde darüber spekuliert, ob das Unglück durch die derzeit starke Hitze mit hervorgerufen wurde. Erwärmte Luft ist dünner und erzeugt weniger Auftrieb. Grundsätzlich gehe von warmem Wetter aber keine Gefahr aus, es komme dann auf den Umgang mit dem Flugzeug an: „Bei Hitze ist die Situation anspruchsvoller, es braucht mehr Erfahrung, um damit umgehen zu können“, erläuterte Knecht.

Die Ju-52 wurde nicht zuletzt wegen ihres hohen Alters technisch streng kontrolliert. Das historische Flugzeug muss alle 35 Flugstunden gewartet werden. Die letzte reguläre Wartung der HB-HOT fand Ende Juli statt, die letzte Jahresüberholung im vergangenen Winter. Technischen Probleme mit dem Flugzeug waren nicht bekannt. Der Flug vom Samstag wurde durch zwei Flugkapitäne durchgeführt. Beide sind ehemalige Linienpiloten und Piloten der Schweizerischen Luftwaffe. Die beiden 62 und 63 Jahre alten Piloten flogen zuletzt als Kapitäne für Swissair, Swiss und Edelweiss auf den Flugzeugtypen Airbus A.330 und A.340. Einer von ihnen hatte 943 Flugstunden auf der Ju-52, der andere 297 Stunden.

Ju-52-Rundflüge in NRW seit Monaten ausgebucht

Wie lange der Flugbetrieb der Ju-Air eingestellt bleibt, ist derzeit nicht bekannt. Damit ist auch noch unklar, ob dies Auswirkungen auf Rundflüge von nordrhein-westfälischen Flughäfen aus haben wird. So sind für den Zeitraum vom 24. bis 26. August insgesamt 15 Rundflüge von den Flughäfen Essen/Mülheim und Mönchengladbach aus geplant. Für September und Oktober sind weitere Flüge ab Mönchengladbach vorgesehen. Für 8. und 9. September sind auch Rundflüge vom Flugplatz Leverkusen aus geplant.

Aufgrund der hohen Beliebtheit der Ju-52 waren alle Flüge bereits seit Monaten ausgebucht. Bereits gekaufte Tickets und Fluggutscheine sollen aber ihre Gültigkeit behalten, teilte Ju-Air mit. Informationen zum künftigen Flugbetrieb sollen möglichst bald folgen.

Bild ganz oben: Die am Samstag verunglückte Ju-52 im Sommer 2017 in Mönchengladbach

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