Mönchengladbach Panorama

Ju-Air fliegt wieder

Mönchengladbach. Die Schweizer Ju-Air hat am Freitag wieder ihren Flugbetrieb aufgenommen. Die beliebten Rundflüge über NRW werden ab 7. September wieder angeboten. Aufgrund des noch immer ungeklärten Absturzes einer Ju-52 am 4. August ist der Flugbetrieb jedoch vorläufig mit Auflagen verbunden.

Die Schweizer Ju-Air hat am Freitag wieder ihren Flugbetrieb aufgenommen. Nach einem Absturz einer Ju-52 am 4. August in den Schweizer Alpen, bei dem 17 Fluggäste, die beiden Piloten und eine Flugbegleiterin ums Leben gekommen sind, hatte Ju-Air den Flugbetrieb freiwillig eingestellt. Das Unglück war der erste Unfall mit Personenschaden in der Geschichte von Ju-Air. Damit verfügt Ju-Air nur noch über zwei flugtaugliche Ju-52.

Das Schweizer Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) hatte am Donnerstag darauf hingewiesen, dass die Unfalluntersuchung bis zu einem ersten Zwischenergebnis „noch mehrere Wochen bis Monate andauern“ könnten. „Hinweise auf ein generelles technisches Problem bei der Ju-52, das ein Grounding der restlichen Schweizer Ju-52-Flotte rechtfertigen würde“, gebe es derzeit aber nicht.

Bis weitere Erkenntnisse aus der Unfalluntersuchung vorliegen, muss die Ju-Air jedoch drei vorsorgliche Maßnahmen des Bazl umsetzen: So müssen in die beiden verbliebenen Ju-52 GPS-Datenaufzeichungsgeräte eingebaut werden. Damit werde „eine nachträgliche Beurteilung der Flugroute“ möglich, so das Bazl. Nach dem Unfall war kritisiert worden, dass die Ju-52 über keine Blackbox verfügen.

Cockpit-Besuche im Flug nicht mehr möglich

Außerdem muss Ju-Air ab sofort eine Mindestflughöhe von 1.000 Fuß (rund 304 Meter) über unbewohntem sowie 2.000 Fuß (rund 608 Meter) über bewohntem Gebiet einhalten. Hinzu kommt, dass die Fluggäste in den beiden Ju-52 von Ju-Air zukünftig während des ganzen Fluges angeschnallt bleiben müssen. Bislang konnten sich die Passagiere während des Fluges frei bewegen, was bei kleinen Flugzeugen aber auch eine Veränderung des Schwerpunktes zur Folge haben kann. Damit sind auch Besuche im Cockpit während des Fluges nicht mehr möglich. Ju-Air kündigte bereits an, die Maßnahmen umzusetzen.

Ju-Air wurde 1982 gegründet, um Rundflüge mit ehemaligen Ju-52-Flugzeugen der Schweizer Luftwaffe zu organisieren. In Nordrhein-Westfalen sind die historischen Flugzeuge der Ju-Air regelmäßig auf den Flughäfen Mönchengladbach und Essen/Mülheim zu Gast. Aufgrund der großen Beliebtheit der Ju-52 sind die von dort angebotenen Rundflüge zumeist Monate im Voraus ausgebucht. In Mönchengladbach werden die Rundflüge mit der Ju-52 am 7. September wieder aufgenommen. Weitere Flüge gibt es dort vom 12. bis 14. Oktober. Am 8. sowie am 9. September gibt es auch Rundflüge vom Flugplatz Leverkusen aus.

Bild: Eine Ju-52 der Ju-Air in Mönchengladbach beim Starten der Motoren. Bildrechte: NRW.direkt

Print Friendly, PDF & Email