Dortmund Politik

JU fordert „geregelte Nachfolge“ für Merkel

Dortmund. Die Junge Union fordert eine „geregelte Nachfolge“ für die CDU-Vorsitzende Angela Merkel innerhalb der nächsten Jahre. „Ein einfaches ,Weiter so‘ darf nicht das Motto einer neuen Regierung für Deutschland sein“, sagte deren Kreisvorsitzende Sarah Beckhoff und schloss sich der Kritik ihrer JU-Kollegin Antonia Niecke an. Die hatte in dieser Woche mit einem Beitrag unter der Überschrift „Ich will keine weiteren vier Jahr Merkel“ für Schlagzeilen gesorgt.

Sarah Beckhoff (Bild: NRW.direkt)

Dass Angela Merkel am Sonntag in einem ZDF-Interview angekündigt hat, im Falle eines Zustandekommens einer Koalition von Union und SPD volle vier Jahre Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzende bleiben zu wollen, sorgte auch in großen Teilen ihrer Partei für Unzufriedenheit. Auch in Dortmund reagierte die Junge Union (JU) mit deutlicher Kritik: „Wir brauchen unverbrauchtere Köpfe, damit die CDU zukunftsfähig ist. Dies gilt auch für den Parteivorsitz. Die Vorsitzende ignoriert Parteitagsbeschlüsse und unterbindet eine Aufarbeitung des schlechtesten Wahlergebnisses der CDU seit 1949. Innerhalb der nächsten Jahre muss eine geregelte Nachfolge gefunden werden“, hieß es am Donnerstag in einer Stellungnahme des Kreisverbandes.

„Nach der ausbleibenden innerparteilichen Diskussion über das schlechteste Wahlergebnis der CDU seit 1949 war zumindest die Hoffnung da, dass von dem Koalitionsvertrag ein ,Wir haben verstanden‘ ausgeht. Ernüchternd blicken wir nun auf das Ergebnis“, zeigt sich der CDU-Nachwuchs enttäuscht über die Ergebnisse der Koalitionsverhandlungen. An anderer Stelle heißt es: „Gerade die Flüchtlingspolitik war ausschlaggebend für das schlechte CDU-Wahlergebnis – ein Kurswechsel bleibt aber aus. Wenn wir die Herausforderung der illegalen Einwanderung nicht angehen, stellt dies leider auch die guten Projekte in den Schatten. Über alle Inhalte hinweg zwingt sich der Eindruck auf, dass nicht über die nächste Wahl hinausgedacht wird. Unbequeme Probleme erfordern ehrliche Antworten.“

„Ich will keine weiteren vier Jahr Merkel!“

„Die beiden Koalitionsparteien versuchen uns zwei verschiedene Wahrheiten zu verkaufen – das offenbart die Missstände dieses Verhandlungsergebnisses“, sagte die JU-Kreisvorsitzende Sarah Beckhoff unserer Redaktion. „Wenn es etwas gibt, dann ist es die Erkenntnis, dass ein einfaches ,Weiter so‘ nicht das Motto einer neuen Regierung für Deutschland sein darf.“

Auch schloss sich Sarah Beckhoff der Kritik des Düsseldorfer JU-Vorsitzenden Ulrich Wensel sowie der Hamburger JU-Vorsitzenden Antonia Niecke an. Wensel sorgte im November mit seiner Forderung, Angela Merkel solle vom CDU-Parteivorsitz zurücktreten und im Falle von Neuwahlen auch nicht mehr als Kanzlerkandidatin antreten, für bundesweite Schlagzeilen. Gegenüber unserer Redaktion bekräftigte er letzten Samstag, weiter an diesen Forderungen festzuhalten. Niecke sorgte am Dienstag mit einem Gastbeitrag für die Hamburger Morgenpost für Wirbel. „Ich will keine weiteren vier Jahre Merkel“, schrieb die 26-Jährige. Sie habe langsam den Eindruck, gerade Merkels ungewollte Abschiedstournee zu erleben. „Und bisher ruft auf dieser Tournee kaum einer ,Zugabe‘.“

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