Ostwestfalen-Lippe Politik

JU: Rommel-Kaserne soll bleiben

Augustdorf. Die Junge Union spricht sich in einem offenen Brief an Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) dafür aus, dass die Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne ihren Namen behält. Unter Verweis auf rechtsextreme Umtriebe in der Bundeswehr lässt von der Leyen derzeit alle Bundeswehr-Kasernen von Erinnerungen an die Wehrmacht säubern.

Kasernen-Eingang (Symbolbild: NRW.direkt)

In einem am Mittwoch veröffentlichten offenen Brief schrieb der Bezirkschef der CDU-Jugendorganisation Lars Brakhage zusammen mit dem Paderborner Kreisvorsitzenden Kevin Gniosdorz, dass jede Maßnahme gegen politischen Extremismus in der Truppe zu begrüßen sei. „Dennoch betrachten wir Ihr Vorgehen in den letzten Tagen mit großer Sorge“, hieß es weiter. Die in den vergangenen Monaten bekannt gewordenen Fälle stünden keineswegs exemplarisch für die Soldaten der Bundeswehr. Weiter schrieben Brakhage und Gniosdorz: „Deshalb halten wir die Überprüfung sämtlicher Räumlichkeiten in militärischen Liegenschaften, die Überarbeitung des traditionellen Liedguts der Bundeswehr sowie die geplante Umbenennung von Kasernen für vollkommen überzogen.“

Mit wenigen Ausnahmen seien die Soldaten sehr wohl in der Lage, den grausamen Unrechtscharakter des Dritten Reichs sowie der Kriegsverbrechen der Wehrmacht zu erkennen. Auch würden Deutschland und seine Streitkräfte nicht erst seit dem 23. Mai 1949 oder dem 5. Mai 1955 existieren: „Unsere Vergangenheit gehört zu uns – im Positiven wie im Negativen.“

Konkret fordern Lars Brakhage und Kevin Gniosdorz, dass eine nach dem Generalfeldmarschall der Wehrmacht, Erwin Rommel, benannt Kaserne im Kreis Lippe ihren Namen behält: „Aus diesen Gründen wünschen wir uns einen behutsameren Umgang mit unserer Bundeswehr und ihren Traditionen. Dies gilt vor allem auch für einen Standort in unserer Region. Mit der Panzerbrigade 21 ‚Lipperland‘ ist eine traditionsreiche Einheit in unserer Heimat stationiert. Wir setzen uns für den Standort in Augustdorf und die Beibehaltung des aktuellen Namens der Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne ein.“ Die Kaserne wurde 1937 als Nordlager für den nahegelegenen Landwehrübungsplatz angelegt und ist seit 1961 nach Erwin Rommel benannt. Heute ist sie eine der größten Bundeswehr-Kasernen in Deutschland.

„Von der Leyen hat den Verstand verloren“

Offiziellen Darstellungen zufolge soll sich ein aktiver Oberleutnant namens Franco A. ohne überzeugende Sprach- und Ortskenntnisse als syrischer Flüchtling ausgegeben haben, um rechtsextremistisch motivierte Anschläge zu begehen. Damit begründet Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) eine derzeit stattfindende Säuberung der Bundeswehr-Kasernen von Erinnerungen an die Wehrmacht. Den bisherigen Höhepunkt erreichten die Säuberungsmaßnahmen mit dem Abhängen eines Bildes des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Schmidt in der Hamburger Bundeswehr-Universität. Das Foto zeigte den früheren Verteidigungsminister und Altkanzler in einer Wehrmachtsuniform.

Der AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland sprach daraufhin davon, dass „von der Leyen den Verstand verloren“ habe. „Wenn Frau von der Leyen selbst vor Helmut Schmidt in ihrer panischen Säuberungsaktion nicht halt macht, ist sie für die Mehrheit der Deutschen nicht mehr tragbar“, sagte Gauland weiter. (ph)

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