Gelsenkirchen Politik

Kampagne gegen Maritim gescheitert

Gelsenkirchen. Nachdem die Beschwerden gegen das Maritim-Hotel wegen eines für Donnerstag geplanten Vortrages mit AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen keinen Erfolg hatten, verlegte sich ein Abgeordneter der „Linkspartei“ aufs Bitten. Das Hotel aber blieb standhaft und verweigerte sich der antidemokratischen Kampagne. Jetzt freut sich die AfD über die unfreiwillige Werbung für ihre Veranstaltung.

Matthias Gellner (Bild: NRW.direkt)

Matthias Gellner (Bild: NRW.direkt)

Wie bereits berichtet, hat ein für Donnerstag angekündigter Vortrag des AfD-Bundessprechers Jörg Meuthen im Maritim-Hotel in Gelsenkirchen bei sozialistischen Splittergruppen, darunter auch die SPD-Jugend, für Proteste gesorgt. Am Montag veröffentlichen die Sozialisten sämtliche Kontaktdaten des Hotels im Internet und forderten dazu auf, mit Hilfe von Beschwerden auf das Maritim Druck auszuüben.

Erfolg hatte die antidemokratische Kampagne bislang jedoch keinen. Möglicherweise ein Grund, weshalb Hubertus Zdebel, Bundestagsabgeordneter der Partei „Die Linke“, das Hotel am Montag schriftlich gebeten hatte, die Vermietung des Veranstaltungsraumes an die AfD wieder rückgängig zu machen. Zdebel verfasste das Schreiben auf seinem Briefpapier als Bundestagsabgeordneter und stellte es ins Internet. Darin bezeichnet er die AfD als Partei, „die rassistische Hetze gegenüber schutzbedürftigen Menschen verbreitet“ und damit „Wegbereiter für die Akzeptanz weiterer Anschläge auf Flüchtlinge, Homosexuelle und generell alle Andersdenkenden“ sei. Auch wirft er der AfD „engen Kontakt zur rechtsradikalen Szene vor“.

Hotel bleibt standhaft

Aber auch diese Kampagne lief ins Leere. Gerd Prochaska, Geschäftsführer der Maritim-Hotelgesellschaft, verwies am Dienstag darauf, dass die Hotelkette zu den größten Anbietern von Tagungs- und Kongresskapazitäten in Deutschland gehöre und in deren 34 Hotels „selbstverständlich“ auch regelmäßig große Veranstaltungen von Lobbyisten, Verbänden und Parteien stattfinden. „Als inhabergeführtes privatwirtschaftliches Unternehmen ist es nicht unsere Aufgabe, die inhaltliche Ausrichtung dieser Interessensvertretungen zu bewerten oder sie als unsere Kunden auszuschließen, wenn sie zur demokratisch legitimierten Parteienlandschaft in Deutschland zählen“, sagte Prochaska in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung.

Danach zeigte sich Hubertus Zdebel in seinem Verständnis von Demokratie und Meinungsfreiheit jedoch ebenso unbelehrbar wie bei deutschen Rechtschreibregeln: „Das Maritim Hotel Gelsenkirchen ist weiterhin bereit, einer Partei Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen, die rassistische Hetze gegen Schutzbedürftige Menschen verbreitet. Ich hoffe das der Protest gegen die AfD-Veranstaltung bunt, laut und zahlreich wird“, schrieb er am Mittwoch auf seiner Facebook-Seite (Orthographie und Interpunktion wurden übernommen).

Die AfD hingegen reagierte gelassen auf die antidemokratischen Kampagnen der Linken: „Die Bürger können sich selbst ein Bild vom Wirken der AfD machen und sind herzlichst dazu eingeladen, den Ausführungen von Professor Meuthen zu folgen“, sagte Matthias Gellner, stellvertretender Sprecher des Bezirksverbandes Münster. (ph)

Print Friendly, PDF & Email