Politik

„Kardinal Marx verkennt die Realitäten“

Düsseldorf. In seiner Karfreitagspredigt hatte Reinhard Kardinal Marx die Christen aufgefordert, sich von Hass und Gewalt abzugrenzen sowie mehr auf Muslime zuzugehen. Nur so könnten Vorurteile und Missverständnisse überwunden werden. Die WU-Landesvorsitzende Simone Baum reagiert mit Kritik und fordert ihn auf, sich hinter verfolgte Christen und gegen den zunehmenden Antisemitismus zu stellen.

Simone Baum (Bild: NRW.direkt)

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Kardinal Marx, hatte die Christen in Deutschland in seiner Karfreitagspredigt dazu aufgerufen, auf Muslime und andere Nichtgläubige zuzugehen. Nur so könnten Vorurteile und Missverständnisse überwunden werden, ein Geist des Friedens entstehen und eine Gesellschaft zusammenfinden.

Seine Aufforderung, sich von Hass und Gewalt abzugrenzen, richtete er an die Christen: „Wo Hass und Gewalt gepredigt werden, da müssen wir als Christen Nein sagen. Wo in einer Sprache des Hasses, der Abgrenzung, des Auftrumpfens ein Gegeneinander der Völker, der Nationen, der Kulturen, auch der Religionen und Konfessionen propagiert wird, da können und werden wir nicht dabei sein.“ Christen seien verpflichtet, den Weg von Gewaltlosigkeit und Liebe zu gehen. Nur durch die Begegnung mit Vertretern anderer Religionen könnten Vorurteile und Missverständnisse überwunden werden, ein Geist des Friedens entstehen und eine Gesellschaft zusammenfinden.

Damit aber rief er bei Konservativen Kritik hervor: „Kardinal Marx verkennt mit seinen Äußerungen offensichtlich die Realitäten“, sagte die Landesvorsitzende der WerteUnion, Simone Baum, am Montag unserer Redaktion. „Es sind nicht nur Muslime, die weltweit unter Hass und Gewalt leiden. Weltweit sind es die Christen, die am stärksten verfolgt werden, sehr häufig durch militante Muslime. Statt Scheindiskussionen zu führen, sollte sich Kardinal Marx lieber hinter unsere verfolgten Glaubensbrüder stellen und für diese die Toleranz und Religionsfreiheit einfordern, die Muslime in Deutschland genießen. Auch wäre es wünschenswert, wenn er sich gegen den zunehmenden Antisemitismus im Land stellen würde, der immer häufiger von Muslimen ausgeht.“ Bei der WerteUnion (WU) handelt es sich um einen bundesweiten Zusammenschluss von CDU-Mitgliedern gegründeter konservativer Initiativen. (ph)

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