Köln Politik

Kaum Reaktionen auf gescheiterten Anschlag

Köln. Wegen Anhaltspunkten für einen radikal-islamistischen Hintergrund hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen zum gescheiterten Brandanschlag am Montag im Hauptbahnhof übernommen. Aus der Landespolitik gab es bislang kaum Reaktionen auf die dramatischen Ereignisse.

Wegen Anhaltspunkten für einen radikal-islamistischen Hintergrund hat die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe die Ermittlungen zum gescheiterten Brandanschlag am Montag im Kölner Hauptbahnhof übernommen. „Insbesondere ist zu klären, ob der Beschuldigte das Attentat als Mitglied des sogenannten Islamischen Staates oder einer anderen terroristischen Vereinigung begangen hat oder aber unmittelbar vor oder während der Tat zu einem Mitglied einer Terror-Organisation in Kontakt oder unter deren Einfluss stand. Auch wird der Frage nachgegangen, ob bislang unbekannte Tatbeteiligte oder Hintermänner in die Tat eingebunden waren“, hieß am Mittwoch in einer Mitteilung der Karlsruher Behörde.

Der Täter hatte am Montag gegen 12 Uhr 45 zunächst Benzin auf den Boden eines McDonald’s im Kölner Hauptbahnhof geschüttet und anschließend einen Molotow-Cocktail in das Lokal geworfen. Dabei erlitt ein 14-jähriges Mädchen schwere Brandverletzungen an den Füßen. Nachdem die Sprinkleranlage einsetzte, begab er sich in eine benachbarte Apotheke, wo er eine Frau als Geisel genommen und mit Benzin übergossen hatte. Als er die Frau anzuzünden drohte, beendete ein Spezialeinsatzkommando der Polizei die Geiselnahme gewaltsam. Dass der Täter mehrere Molotow-Cocktails sowie Behältnisse mit Benzin und Gaskartuschen, die mit Stahlkugeln befüllt waren, in einem Koffer bei sich führte, legt die Vermutung nahe, dass er einen größeren Anschlag geplant hatte.

Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich um den polizeibekannten syrischen Flüchtling Mohammad R. Der 55 Jahre alte Mann war 2015 als Asylbewerber nach Deutschland gekommen und seitdem wegen 13 Straftaten auffällig geworden. Als anerkannter Flüchtling wurde ihm eine bis Juni 2021 geltende Aufenthaltsgenehmigung ausgestellt.

Die meisten Landespolitiker schweigen

Aus der Landespolitik gar es bislang nur wenige Reaktionen auf den Vorfall. Die Landesregierung teilte am Mittwoch mit, dass den Opfern schnell und unkompliziert geholfen werden soll. Landesinnenminister Herbert Reul hatte bereits kurz nach dem gescheiterten Anschlag gesagt, er sei „sehr bestürzt“ über das Geschehen. „Die Polizei hat durch ihr konsequentes und professionelles Einschreiten Schlimmeres verhindern können“, sagte der CDU-Politiker. Von Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) und Landesintegrationsminister Joachim Stamp (FDP) war bislang jedoch nichts dazu zu vernehmen.

Auch die meisten Landestagsabgeordneten schwiegen zu den dramatischen Ereignissen. Die stellvertretende AfD-Fraktionsvorsitzende Gabriele Walger-Demolsky beschränkte sich auf eine kurze Stellungnahme: „Solange auch Straftäter und Gefährder im Land bleiben dürfen, sind wir wohl nicht mehr sicher“, schrieb sie am Mittwoch auf ihrer Facebook-Seite. (ph)

Bild: Der Tatort am Kölner Hauptbahnhof. Bildrechte: NRW.direkt

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