Politik

Knickt die CDU bei „Ehe für alle“ ein?

Düsseldorf. CDU und CSU wollen eine Koalition nach der Bundestagswahl nicht am Streit um die „Ehe für alle“ scheitern lassen. Die Konservativen in der Union aber bleiben bei ihrer ablehnenden Haltung. Die FKA-Landesvorsitzende Simone Baum befürchtet, dass jetzt „eine konservative Haltung der CDU über Bord geschmissen wird, um sich der vermeintlich allgemeinen Meinung des Mainstreams anzupassen“.

Simone Baum (Bild: NRW.direkt)

CDU und CSU wollen eine mögliche Koalition nach der Bundestagswahl offenbar nicht am Streit um die „Ehe für alle“ scheitern lassen. Das machte CDU-Generalsekretär Peter Tauber laut übereinstimmender Medienberichte am Montag nach den Beratungen der Parteispitze über das Wahlprogramm deutlich. „Was es mit uns nicht geben wird, dass wir von vornherein bei einem Thema sagen, wir schließen eine politische Zusammenarbeit aus“, sagte Tauber.

Auf eine klare Position zur sogenannten Homo-Ehe will sich die Union in ihrem Wahlprogramm jedoch nicht festlegen. Bislang hatten CDU und CSU die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare abgelehnt. In den letzten Tagen aber geriet die CDU-Führung unter Druck, weil SPD und FDP angekündigt hatten, die „Ehe für alle“ zur Bedingung für eine mögliche Koalition zu machen.

Konservative bleiben bei ihrer Haltung

Die Konservativen in der CDU bleiben dennoch bei ihrer ablehnenden Haltung gegenüber der „Ehe für alle“. Simone Baum, Landesvorsitzende des Freiheitlich-Konservativen Aufbruchs (FKA) verwies am Montag darauf, dass der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) im letzten Jahr klargestellt habe, dass in diesem Zusammenhang keine Diskriminierung vorliege, da homosexuelle Paare mit der Einführung der eingetragenen Lebenspartnerschaft bereits staatlich anerkannt wurden.

„Damit hat der EGMR deutlich gemacht, dass die Homo-Ehe kein Menschenrecht ist“, sagte Baum unserer Redaktion. Und die Ehe sei laut eines Urteils des Bundesverfassungsgerichts eine Vereinigung eines Mannes mit einer Frau zu einer auf Dauer angelegten Lebensgemeinschaft.

Die FKA-Landesvorsitzende will, dass das auch so bleibt: „Wenn die Ehe für alle geöffnet wird, so wird eine konservative Haltung der CDU über Bord geschmissen, um sich der vermeintlich allgemeinen Meinung des Mainstreams anzupassen. Die Trennung der Geschlechter entspricht der Schöpfungsordnung Gottes, außerdem tragen nur Mann und Frau zum Fortbestand einer Gesellschaft bei.“

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