Köln Politik

Köln rüstet für die Silvesternacht

Köln. Mehr als 1.000 Polizisten, rund 500 weitere Sicherheitskräfte und unzählige Schutzmaßnahmen sollen in der kommenden Silvesternacht für Sicherheit sorgen. Der CDU-Landtagsabgeordnete Gregor Golland fordert „null Toleranz gegen Gewalttäter“. AfD-Landessprecher Marcus Pretzell findet „Zäune um die Grenze sinnvoller“ als solche um den Dom.

Die Stadt Köln wird ihr Sicherheitskonzept für die kommende Silvesternacht einer externen Sachverständigen für „Crowdmanagement“ zur Prüfung vorlegen. Sogenannte Crowdmanager befassen sich mit großen Menschen-Ansammlungen und Massenbewegungen. Das geht aus der Antwort von Landesinnenminister Ralf Jäger (SPD) auf eine Kleine Anfrage des Landtagsabgeordneten Gregor Golland (CDU) hervor. Golland hatte nach dem aktuellen Stand der Vorbereitungen auf die Silvesternacht gefragt.

„Schutzzone“ um den Dom

In der unserer Redaktion vorliegenden Antwort geht Jäger auch auf weitere Aspekte des Sicherheitskonzepts ein. So soll etwa die Bundespolizei im Kölner Hauptbahnhof durch Zutritts- und Kapazitätskontrollen die Zugänge zu den Bahnsteigen regeln und das Fahrgastaufkommen lenken. Zusätzlich zur geplanten Schutzzone um den Dom, die mit einem Drängelgitter durchgesetzt werden soll, soll es weitere Sperrungen geben. Die Feuerwehr plant mit zusätzlichem Personal und wird ihren Einsatzschwerpunkt von den Rheinbrücken in die Innenstadt verlegen. Damit soll unter anderem ein erhöhtes Notrufaufkommen bearbeitet werden können.

Das polizeiliche Einsatzkonzept soll sich laut dem vorliegenden Dokument noch in der Erstellung befinden. Bereits bekannt ist aber, dass „weit mehr“ als 1.000 Polizisten, darunter sechs Einsatzhundertschaften, und 168 städtische Mitarbeiter im Einsatz sein werden. Hinzu kommen bis zu 400 Kräfte privater Sicherheitsunternehmen. In der Kölner Innenstadt werden in der Silvesternacht ein „mobiler Security-Dienst für Frauen und Mädchen“ sowie ein „Streetworker“ im Einsatz sein.

„Unser Land ist und bleibt tolerant und weltoffen“

Ralf Jäger betont in dem Schreiben, dass die Sicherheit in der Silvesternacht „oberste Priorität“ habe, es aber „ebenso wichtig“ sei, „ein deutliches Signal in die Welt zu senden, dass unser Land auch nach den schrecklichen Vorfällen in der letzten Silvesternacht weiterhin tolerant und weltoffen ist und bleibt“.

In der letzten Silvesternacht kam es im und vor dem Kölner Hauptbahnhof zu massiven Diebstählen und sexuellen Belästigungen von Frauen. Anfänglich wurde die Herkunft der Täter verschwiegen. Erst der Kölner EXPRESS machte am 3. Januar öffentlich, dass es sich bei den Tätern überwiegend um Asylbewerber aus dem nordafrikanischen Raum gehandelt hat. Im Juni wurde durch eine interne Lageübersicht des Bundeskriminalamts bekannt, dass die meisten Täter erst kurz zuvor als Asylsuchende nach Deutschland gekommen waren. Zwei Drittel der Tatverdächtigen waren trotz ihres meist erst kurzen Aufenthalts in Deutschland bereits zuvor polizeilich aufgefallen.

„Die ganze Welt wird auf Köln blicken“

Bei Gregor Golland stößt das Sicherheitskonzept auf grundsätzliche Zustimmung. „Es darf aber null Toleranz gegen Störer und Gewalttäter geben, die das friedliche Miteinander von feiernden Bürgern verhindern wollen“, sagte er am Sonntag. „Die Menschen wollen einen funktionierenden Rechtsstaat.“ Auch werde „die ganze Welt 2016 auf Köln blicken und schauen, ob man aus den Fehlern gelernt hat“, so der CDU-Innenexperte weiter.

AfD-Landessprecher Marcus Pretzell sprach bereits vor drei Wochen, als erste Details zum Sicherheitskonzept bekannt wurden, auf seiner Facebook-Seite davon, dass „Zäune um die deutsche Grenze sinnvoller wären“ als solche um den Kölner Dom.

Bild: Einsatzfahrzeuge der Polizei vor dem Kölner Hauptbahnhof. Bildrechte: NRW.direkt

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