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Kölner Rocker-Krieg: Razzia in Shisha-Bar

Köln. Am Donnerstagabend hat die Polizei eine Shisha-Bar nach Beweismitteln durchsucht. Hintergrund sind die fortgesetzten Auseinandersetzungen im Rocker-Milieu. Polizeipräsident Uwe Jacobs sieht nach Schießereien auf offener Straße die öffentliche Sicherheit in Gefahr.

In Zusammenhang mit den Schüssen in der Nähe des Kölner Hauptbahnhofs am vergangenen Freitag hat die Polizei am frühen Donnerstagabend eine Shisha-Bar auf den Kölner Ringen nach Beweismitteln durchsucht. Die Bar steht im Fokus der Ermittlungen zu Auseinandersetzungen im Kölner Rocker-Milieu. Zu den Erkenntnissen, die zu dieser Durchsuchung geführt haben, sowie zu deren Ergebnissen wollen Staatsanwaltschaft und Polizei wegen des laufenden Verfahrens jedoch vorerst nichts mitteilen.

Am vergangenen Freitag hatte es in Köln gleich zwei Schießereien gegeben: Zuerst waren auf offener Straße in der Nähe des Hauptbahnhofes Schüsse gefallen. Am späten Abend wurde dann im Stadtteil Buchheim mehr als zwölf Mal auf eine Spielhalle geschossen.

„Rocker-Krieg kann jeden treffen“

Hintergrund der Ereignisse sind Konflikte im Rocker-Milieu. Presseberichten zufolge handelt es sich dabei um eine Auseinandersetzung zwischen den Rockern Aykut Ö. von den Bandidos und Orhan A. von den Hells Angels. Seit Mai 2017 hat es zwischen den beiden Rocker-Gruppen zehn schwere Auseinandersetzungen in der Öffentlichkeit gegeben. In acht dieser Fälle wurde geschossen. Laut des EXPRESS sind die meisten Rocker türkischstämmig, aus dem Kosovo und Nordafrika.

Der Kölner Polizeipräsident Uwe Jacob sieht wegen des anhaltenden Rocker-Krieges die öffentliche Sicherheit in Gefahr. „Als wären wir hier im Wilden Westen, wird hier rumgeballert“, sagte er auf einer Pressekonferenz am Mittwoch. Dabei werde auf Unbeteiligte keine Rücksicht genommen. „Es kann jeden treffen“, sagt er. Nach der Pressekonferenz hatte die Polizei die Kontrollen im Rocker-Milieu mit zusätzlichen Kräften der Bereitschaftspolizei sowie Zivilbeamten aus Kölner Polizeiinspektionen intensiviert. (ph)

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