Bonn Politik

König-Fahd-Akademie wird geschlossen

Bonn. Saudi-Arabien will die König-Fahd-Akademie bis zum Jahresende schließen. Die Akademie gilt als geistige Brutstätte islamischer Fundamentalisten. Ohne die Bemühungen eines SPD-Politikers wäre die Schule bereits 2003 von der Bezirksregierung geschlossen worden.

Saudi-Arabien wird die König-Fahd-Akademie in Bonn bis zum Jahresende schließen. Das bestätigte die saudi-arabische Botschaft dem in Berlin erscheinenden Tagesspiegel. Auch der Aufbau einer gleichnamigen saudischen Schule in Berlin ist demnach gestoppt worden. Begründet wurde das damit, dass Deutschland über „eines der weltweit besten Bildungssysteme“ verfüge und saudische Schulen damit nicht mehr notwendig seien. Nach Informationen des Bonner General-Anzeigers aber könnte die Wirtschaftskrise in Saudi-Arabien der tatsächliche Grund für die Schließung sein.

Die König-Fahd-Akademie ist eine Schule mit derzeit 150 Schülern in Lannesdorf, einem Ortsteil von Bonn-Bad Godesberg. Die von Saudi-Arabien finanzierte Akademie wurde für nur vorübergehend in Deutschland lebende Kinder gegründet. Die Akademie unterrichtet nach einem saudischen Lehrplan und untersteht nicht der deutschen Schulaufsicht. Der Akademie angeschlossen ist eine Moschee für mehrere hundert Gläubige. Eröffnet wurde die Akademie am 15. September 1995 in Anwesenheit des damaligen Bundesaußenministers Klaus Kinkel (FDP), des damaligen nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Johannes Rau (SPD), der damaligen Bonner Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann (SPD) sowie des saudischen Prinzen Abd al-Aziz ben Fahd.

Zum Jihad gegen Nichtmuslime aufgerufen

Die König-Fahd-Akademie gilt seit Jahren als geistige Brutstätte islamischer Fundamentalisten. 2003 sollte sie auf Initiative der Bezirksregierung geschlossen werden. Hintergrund waren Vorwürfe, die Akademie unterhalte Verbindungen zu islamistischen Kreisen. Im Herbst 2003 wurde bekannt, dass beim Freitagsgebet in der Moschee der Fahd-Akademie zum Jihad gegen Nichtmuslime aufgerufen wurde. Nach Verhandlungen zwischen dem damaligen Kölner Regierungspräsidenten Jürgen Roters (SPD) und der saudi-arabischen Botschaft wurde die Fortsetzung des Schulbetriebs jedoch unter Auflagen genehmigt.

Bei einer Kundgebung der vom Verfassungsschutz wegen ihrer islamkritischen Grundhaltung als rechtsextrem eingestuften Partei Pro NRW wurden am 5. Mai 2012 Polizisten vor der König-Fahd-Akademie von mehreren hundert Salafisten mit Steinen und Messern angegriffen. Die Salafisten hatten sich durch von Pro NRW gezeigte Mohammed-Karikaturen provoziert gefühlt. 29 Polizisten wurden verletzt, zwei davon schwer. Bei den gewalttätigen Auseinandersetzungen kam es in Lannesdorf zu schweren Verwüstungen. Das Bonner Amtsgericht zeigte sich jedoch großzügig; von wenigen Ausnahmen abgesehen bekamen die Angreifer lediglich sogenannte Bewährungsstrafen. (ph)

Bild: NRW.direkt

Print Friendly, PDF & Email