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Kopftuchverbot für junge Mädchen?

Düsseldorf. Integrationsminister Joachim Stamp (FDP) und Staatssekretärin Serap Güler (CDU) regen ein Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren an. Der erste Widerspruch kam von Ruprecht Polenz (CDU). Inzwischen sprachen sich auch Politiker von SPD und Grünen dagegen aus.

Mädchen mit Kopftüchern (Bild: NRW.direkt)

Landesintegrationsminister Joachim Stamp (FDP) regte ein Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren an. Gegenüber der Bild-Zeitung sagte er am Freitag, religionsunmündige Kinder dürften nicht dazu gedrängt werden, ein Kopftuch zu tragen.

Angestoßen wurde die Debatte von Integrations-Staatssekretärin Serap Güler (CDU). Güler hatte am Mittwoch auf ihrer Facebook-Seite einen Artikel über Pläne des österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz, nach denen Mädchen in Kindergärten und Grundschulen künftig kein Kopftuch mehr tragen dürfen, positiv kommentiert: „Kopftuchverbot für junge Mädchen? Ein gutes Vorhaben, worüber auch wir diskutieren sollten! Denn einem jungen Mädchen ein Kopftuch aufzusetzen ist keine Religionsausübung, sondern pure Perversion!“

Polenz, Grüne und SPD dagegen

Einer der ersten, die dagegen protestierten, war der CDU-Politiker Ruprecht Polenz: „Wir sollten keine Probleme diskutieren, die keine sind. Wir reden über drei- bis zehnjährige Mädchen. Fragen Sie doch mal nach in Kindergärten oder Schulen, wie oft Mädchen in diesem Alter mit Kopftuch kommen“, schrieb der beim Thema Islam bis heute auf Facebook höchst aktive Politiker auf der Seite von Serap Güler.

Unterstützung bekam Polenz inzwischen von der Landtagsfraktion der Grünen: „Viel wichtiger wäre, Erzieherinnen für solche Fälle zu sensibilisieren und zu stärken, damit sie im Gespräch die Eltern davon überzeugen, ihr Kind nicht mit einem Kopftuch in die Kita zu schicken“, sagte deren integrationspolitische Sprecherin Berivan Aymaz laut des Kölner Stadt-Anzeiger (KStA). Auch der SPD-Integrationspolitiker Ibrahim Yetim sprach sich im KStA dagegen aus: Wer muslimischen Mädchen das Kopftuch verbiete, müsse auch christlichen Kindern untersagen, ein Kreuz an der Halskette zu tragen, meinte Yetim. (ph)

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