Düsseldorf Nachrichten

Kündigung für aggressiven Busfahrer

Düsseldorf/Hilden. Weil er einen Fahrgast angegriffen haben soll, will die Rheinbahn einem Busfahrer kündigen. Vor der Attacke soll der Fahrer geschimpft haben: „Scheiß Deutsche, AfD-Wähler, ihr schickt eure Kinder auf den Strich und dreht Pornos.“ Ein Sprecher des Verkehrsunternehmens bezeichnete den Vorfall als „eindeutig inakzeptables Verhalten des Fahrers, das wir nicht tolerieren“.

Bushaltestellen am S-Bahnhof Benrath (Bild: NRW.direkt)

Wie die Rheinische Post (RP) am Samstag berichtete, hat die Rheinbahn gegen einen 47-jährigen Busfahrer ein Kündigungsverfahren eingeleitet. Der Fahrer eines Busses der Linie 784 soll einen Fahrgast am Montag auf dem Weg von Hilden nach Düsseldorf-Benrath hart angegangen haben.

Bereits in Hilden habe der Busfahrer zunächst nicht die Tür geöffnet. Erst auf das Klopfen seines Vaters habe der Busfahrer „mit bösen Blick“ die Tür geöffnet, schilderte der Sohn des 56-jährigen Fahrgastes auf der Facebook-Seite Nett-Werk Düsseldorf. Dann habe der Busfahrer dem Mann das Mitfahren verbieten wollen und dabei auf sein Hausrecht gepocht. „Mein Vater setzte sich trotzdem auf den ersten Platz im Bus, dies wollte der Busfahrer verbieten, da der Sitz kaputt sei.“ Während der Fahrt habe der Fahrer vor sich hin geschimpft: „Scheiß Deutsche, AfD-Wähler, ihr schickt eure Kinder auf den Strich und dreht Pornos.“ Ein weiterer Mitarbeiter der Rheinbahn sei hinzugekommen, habe aber nichts gesagt.

Erfolgreiche Suche nach Zeugen

„An der Endstation angekommen, wollte mein Vater von außen die Nummer des Busses fotografieren, um sich bei der Rheinbahn über das Verhalten des Fahrers zu beschweren. Als dieser das sah, ist er sofort rausgestürmt und hat meinen Vater auf den Boden geworfen“, schilderte der Sohn des Fahrgastes auf Facebook und fragte dabei nach Zeugen. Laut der RP meldete sich eine Mutter und berichtete, dass ihre Töchter sowie Freundinnen Zeugen der Vorfälle seien und den Verlauf gegenüber der Rheinbahn sowie der Polizei bestätigen könnten.

Gegenüber der RP bezeichnete Rheinbahnsprecher Eckhard Lander den Vorfall als „eindeutig inakzeptables Verhalten des Fahrers, das wir nicht tolerieren“. Das Kündigungsverfahren gegen den Fahrer, der sich am Ende seiner Probezeit befinde, sei bereits am Freitag beim Betriebsrat eingegangen. Lander habe sich dem Opfer wie auch dessen Sohn gegenüber entschuldigt.

Andere Busfahrer, die bei der Attacke auf den Fahrgast an der Endhaltestelle Benrath S-Bahnhof nicht eingegriffen haben, sollen ermahnt werden. Der Sohn des Fahrgastes hatte auf Facebook geschildert, dass andere Busfahrer am S-Bahnhof in Benrath nicht nur nicht eingegriffen hätten, einer habe seinem Kollegen sogar gesagt: „Hier hast du meine Nummer, ich hab alles gesehen!“ (ph)

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