Panorama

Kündigungswelle bei Eurofighter-Piloten?

Nörvenich. Mindestens sieben Eurofighter-Piloten sollen in diesem Jahr bereits bei der Bundeswehr gekündigt und die Truppe verlassen haben. Darunter ist mit Nicola Baumann auch eine der wenigen Kampfpilotinnen Deutschlands.

Auch ein stellvertretender Geschwaderkommodore und mehrere Fluglehrer sollen darunter sein. Das berichtete der Blog „Augen geradeaus!“ am Dienstag. „Und es dürften, so ist aus der Truppe zu hören, noch mehr werden“, berichtete der in Militärkreisen bekannte Blog und verwies dabei auf mangelnde Flugstunden, die darin begründet seien, dass „zu viele Eurofighter zu oft am Boden bleiben müssen“. Dies führe dazu, dass die Piloten „keine Perspektive für ihre berufliche Zukunft sehen“, hieß es weiter.

Laut eines Berichts des Verteidigungsministeriums zur Materiallage der Hauptwaffensysteme waren Ende des letzten Jahres 128 Eurofighter im Bestand der Bundeswehr. Davon standen der Luftwaffe 2017 aber nur durchschnittlich 81 zur Verfügung. Und im Schnitt lediglich 39 Eurofighter waren auch einsatzbereit. Noch schlechter sah es beim Tornado aus: Von insgesamt 93 der Bundeswehr gehörenden Kampfjets dieses Typs standen der Luftwaffe 2017 durchschnittlich nur 63 zur Verfügung. Aber nur im Schnitt 26 Tornados waren auch einsatzbereit.

Auch Nicola Baumann hat die Bundeswehr verlassen

Zu den Eurofighter-Piloten, die die Bundeswehr in diesem Jahr verlassen haben, gehört auch Nicola Baumann. Die 33-Jährige war eine von wenigen Kampfpilotinnen der Bundeswehr. Unter anderem war sie Fluglehrerin im Euro-NATO Joint Jet Pilot Training in den USA. 2015 schulte sie vom Tornado auf den Eurofighter um. Zuletzt war die in Köln lebende und mit einem Piloten der US Air Force verheiratete Baumann mit dem Dienstgrad Major beim Taktischen Luftwaffengeschwader 31 „Boelcke“ auf dem Fliegerhorst Nörvenich im Kreis Düren stationiert. Am 25. April hatte sie ihren letzten Tag bei der Bundeswehr.

Ihr Ausscheiden aus der Bundeswehr begründete Nicola Baumann auf ihrer Facebook-Seite allerdings damit, mit 33 bessere Chancen auf eine zweite Karriere zu haben als zu einem späteren Zeitpunkt. An einer Karriere in der zivilen Luftfahrt zeigt sie sich dabei aber nicht interessiert: „Ich bin den Eurofighter geflogen. Das modernste Kampfflugzeug Europas. Mit Überschall, in Formation und im Luftkampf! Was soll denn da fliegerisch noch kommen? Sebastian Vettel wird doch nach seiner aktiven Zeit auch nicht Taxifahrer“, schrieb sie in ihrem Facebook-Beitrag. (ph)

Bild: Eurofighter Typhoon der Luftwaffe. Bildrechte: NRW.direkt

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