Düsseldorf Panorama

Landeskommando lud zum Neujahrsempfang

Düsseldorf. Das Landeskommando der Bundeswehr lud am frühen Dienstagabend zum traditionellen Neujahrsempfang in der Tonhalle. Brigadegeneral Torsten Gersdorf konnte bei seinem ersten Empfang als Landeskommandeur ungewöhnlich viel Polit-Prominenz begrüßen.

Torsten Gersdorf, Landeskommandeur der Bundeswehr in Nordrhein-Westfalen, und Wolfgang Wehrend, Landesvorsitzender des Reservistenverbandes, luden am frühen Dienstagabend zum traditionellen Neujahrsempfang der Bundeswehr in der Tonhalle in Düsseldorf. Unter den mehreren hundert Gästen waren in diesem Jahr neben Vertretern der Wirtschaft sowie unzähligen Soldaten auch ungewöhnlich viel Polit-Prominenz.

Aus der Landespolitik nahmen unter anderem die 1. Landtags-Vizepräsidentin Carina Gödecke (SPD), der 3. Vizepräsident Oliver Keymis (Grüne), Finanzminister Lutz Lienenkämper (CDU), der FDP-Abgeordnete Marc Lürbke sowie der stellvertretende AfD-Fraktionsvorsitzende Helmut Seifen an dem Empfang teil. Prominenteste Vertreter der Bundespolitik waren Marie-Agnes Strack-Zimmermann, verteidigungspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion und stellvertretende FDP-Vorsitzende, sowie die Düsseldorfer CDU-Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel. Die britischen Streitkräfte in Deutschland wurden durch ihren Kommandeur Richard Clements vertreten.

„Die Reserve ist wichtiger Bestandteil der nationalen Sicherheit“

Für Brigadegeneral Torsten Gersdorf, der im März 2018 das Landeskommando von Brigadegeneral Peter Gorgels übernommen hatte, war es der erste Neujahrsempfang. In seiner Begrüßungsrede umriss der General die wichtigsten Aufgaben des Landeskommandos; den Ausbau der zivil-militärischen Zusammenarbeit, Unterstützung für alliierte Streitkräfte in NRW sowie die Zusammenarbeit mit den Reservisten. „Die Reserve der Bundeswehr ist ein wichtiger Bestandteil der nationalen Sicherheit“, sagte Gersdorf.

Daran knüpfte auch Wolfgang Wehrend später an. Der Oberstleutnant der Reserve wies darauf hin, dass es sich beim nordrhein-westfälischen Reservistenverband nach dem bayerischen um den zweitgrößten in Deutschland handelt. Die Reservisten seien auch „Mittler für die Bundeswehr, um in die Gesellschaft hineinzuwirken“, sagte Wehrend. Dann forderte er „ein verbindliches Ja zum Dienst an der Gesellschaft. Ich freue mich, dass ein solcher Dienst in der Politik bereits diskutiert wird.“

„Diese Männer und Frauen verdienen den höchsten Respekt“

Carina Gödecke betonte in ihrer Rede, dass im Zusammenhang mit der Bundeswehr „Vorurteile revidiert, relativiert und, wenn es richtig gut läuft, auch abgebaut werden“ müssen. Bundeswehr-Soldat zu sein bedeute nicht selten, angegriffen oder angefeindet zu werden, fuhr sie fort. „Dabei haben diese Männer und Frauen den höchsten Respekt verdient.“ Für diesen Satz bekam Gödecke spontanen und den wohl kräftigsten Beifall des Abends.

„Ich wäre schon froh, wenn die Beendigung der Aussetzung der Wehrpflicht beschlossen würde. Die Arbeit unserer Soldaten dient der Sicherheit Deutschlands und braucht deshalb die Verankerung und Akzeptanz in unserer Bevölkerung. Das kann durch die Wehrpflicht forciert werden“, sagte Sylvia Pantel, nachdem sie von NRW.direkt auf die Rede von Wolfgang Wehrend angesprochen wurde. „Und ich meine auch, dass wir eine spürbare und umgehende Erhöhung des Wehretats über mehrere Jahre und Jahrzehnte brauchen. Das Nato-Ziel von zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts wurde zwar zugesagt, aber bisher nicht eingehalten.“

„28 Jahre des Kaputtsparens nachholen“

„Die Bundeswehr steht gemeinsam mit den europäischen Nachbarn angesichts der sich ändernden politischen Situationen um uns herum vor gigantischen Aufgaben. Umso wichtiger ist es, dass die Soldatinnen und Soldaten nicht nur im Einsatz bestens ausgerüstet sind, sondern auch und besonders zu Hause in ihren Kasernen“, sagte Marie-Agnes Strack-Zimmermann gegenüber NRW.direkt. „28 Jahre des Kaputtsparens nachzuholen ist eine große Herausforderung, aber eine Bedingung für gelungene Nachwuchsförderung. Denn Einsatzbereitschaft bedeutet Attraktivität.“

Nach dem Neujahrsempfang besuchten viele der Gäste ein Wohltätigkeitskonzert des Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr, das ebenfalls in der Tonhalle stattfand. Die an diesem Abend bei den Gästen gesammelten Spenden kommen dem Düsseldorfer Kinderhospiz „Regenbogenland“ sowie dem Bundeswehr-Sozialwerk zugute.

Bild von links: Torsten Gersdorf, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Sylvia Pantel und Wolfgang Wehrend. Bildrechte: NRW.direkt

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