Politik

„Laschet muss sich bei Seehofer entschuldigen“

Düsseldorf. Der Vorwurf von Ministerpräsident Laschet, Bundesinnenminister Horst Seehofer benutze „Saddam-Hussein-Sprache“, sorgt bei CDU-Konservativen für Empörung. „Armin Laschet muss sich bei Horst Seehofer öffentlich entschuldigen“, forderte die WerteUnion am Mittwoch.

Armin Laschet (Bild: NRW.direkt)

Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) am Montagabend beim Ständehaustreff der Rheinischen Post in Düsseldorf mit Saddam Hussein verglichen: Seehofers Aussage, die Migrationsfrage sei „die Mutter aller Probleme“, trage nicht zur Problemlösung bei, sagte Laschet. „Das ist Saddam-Hussein-Sprache.“ Der 2011 hingerichtete ehemalige irakische Präsident hatte den Zweiten Golfkrieg gegen die USA und ihre Verbündeten 1990 als „Mutter aller Schlachten“ bezeichnet.

Bei den in der Union verbliebenen Konservativen sorgte diese Aussage für Empörung: „Mit seinem ungerechtfertigtem Vorwurf, Horst Seehofer bediene sich der Sprache Saddam Husseins, hat Armin Laschet die Grenzen des in der politischen Diskussion Zumutbaren überschritten. Wenige Wochen vor einer wichtigen Landtagswahl dem Vorsitzenden der Schwesterpartei öffentlich mit einer persönlichen Verunglimpfung in den Rücken zu fallen, ist in hohem Maße unsolidarisch sowie parteischädigend und einem stellvertretenden Bundesvorsitzenden der CDU unwürdig“, sagte der Bundesvorsitzende der WerteUnion, Alexander Mitsch, am Mittwoch. „Die WerteUnion fordert Armin Laschet daher nachdrücklich dazu auf, seinen Vorwurf unverzüglich zurückzunehmen und sich öffentlich bei Horst Seehofer für seine Entgleisung zu entschuldigen!“

„Ohne konservative Unterstützung wäre Laschet nicht Ministerpräsident“

„Anscheinend beabsichtigen die Linken in der CDU die Wahlchancen der CSU zu sabotieren, um hierdurch eine Schwächung der Konservativen in der Union zu erreichen und gleichzeitig von ihrer eigenen Verantwortung für die Asylkrise und die daraus resultierenden katastrophalen Wahlumfragen abzulenken. Es ist sehr verwunderlich, wie schnell Armin Laschet anscheinend vergessen hat, dass er selber in seinem Landtagswahlkampf auf die Unterstützung von Horst Seehofer, Wolfgang Bosbach und die Konservativen in der Union zurückgegriffen hat. Ohne diese Unterstützung wäre Armin Laschet heute nicht Ministerpräsident, dies sollte er sich öfter wieder bewusst machen“, ergänzte Thomas Jahn, stellvertretender Vorsitzender der WerteUnion und CSU-Landtagskandidat.

In Bayern wird am 14. Oktober ein neuer Landtag gewählt. Im Vorfeld der nordrhein-westfälischen Landtagswahl 2017 lag Armin Laschet monatelang weit abgeschlagen hinter Amtsinhaberin Hannelore Kraft (SPD). Erst als der in der Bevölkerung populäre Konservative Wolfgang Bosbach Laschet unterstützte und beide mit einer „Bosbach-Kommission“ zur inneren Sicherheit warben, ging es in dem Umfragen aufwärts. Im Ergebnis gewann Armin Laschet die Wahl knapp und wurde Ministerpräsident. (ph)

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