Nachrichten

Laschet warnt vor Rechtsruck

Düsseldorf. Armin Laschet hat am Freitag erneut vor einem Rechtsruck der CDU gewarnt. Die Analyse, die Migration sei das größte aller Probleme, sei „sachlich und politisch falsch und schadet“, sagte der Ministerpräsident in einem Interview.

Armin Laschet (Bild: NRW.direkt)

Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat seine Partei in der Diskussion um die Nachfolge von Angela Merkel vor einem Rechtsruck gewarnt. „Ich bin überzeugt, dass eine solche Achsenverschiebung falsch wäre“, sagte er am Freitag in einem Interview der Süddeutschen Zeitung (SZ). Er werde sich dafür einsetzen, dass die Christdemokraten ihren „Kurs der Mitte“ nicht verlassen.

In dem Interview ging Laschet auch auf Distanz zu Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, der sich für das Amt des CDU-Vorsitzenden bewirbt und zuletzt die Asyl- und Flüchtlingspolitik kritisiert hatte: Nach wie vor gebe es jährlich eine „ungeordnete überwiegend männliche Zuwanderung in einer Größenordnung von Städten wie Kassel oder Rostock“. Diese müsse begrenzt werden. „Entgegen manchen Beschwichtigungen ist noch nicht alles wieder im Lot“, hatte Spahn gewarnt.

„Migration nicht das größte aller Probleme“

In dem Interview mit der SZ widersprach Laschet: „Ich halte es jedenfalls für einen Fehler, auch aktuell wieder den Eindruck zu erwecken, die Migration sei das größte aller Probleme. Diese Analyse ist sachlich und politisch falsch und schadet.“

Anfang Dezember wählt die CDU auf ihrem Bundesparteitag in Hamburg nach 18 Jahren unter dem Vorsitz von Angela Merkel einen neuen Parteichef. Als aussichtsreichste Kandidaten gelten neben Jens Spahn Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz. Armin Laschet hatte Mitte der Woche erklärt, vorerst nicht für das Amt des Bundesvorsitzenden kandidieren zu wollen. (ph)

Print Friendly, PDF & Email