Politik Viersen und Willich

Leyla Bilge – Helferin und Kritikerin

Viersen. Noch vor einem Jahr wurde Leyla Bilge wegen ihres mutigen Engagements für Flüchtlinge von den Zeitungen bejubelt. Nach ihrem Eintritt in die AfD aber fiel sie bei den Medien in Ungnade. Am Montagabend hielt sie einen Vortrag zum Thema „Scharia gleich Unterdrückung der Frau“. Aus Sorge vor linksextremistischen Übergriffen musste der Veranstaltungsort bis zuletzt geheimgehalten werden.

Leyla Bilge (Bild: NRW.direkt)

Leyla Bilge (Bild: NRW.direkt)

Der EXPRESS bezeichnete sie als „eine der Frauen des Jahres 2014“: die Kurdin Leyla Bilge. Bereits drei Jahre zuvor gründete sie in Krefeld eine Gruppe, die sich bis heute gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern engagiert. 2013 reiste sie in den Osten der Türkei, um in Flüchtlingscamps zu helfen. Ein Jahr später ging sie weiter, dieses Mal direkt in das irakische Kriegsgebiet, um dort den Opfern des IS-Terrors zu helfen. 2015 ging sie ins syrische Kriegsgebiet und brachte den Menschen Medikamente, Kleidung und andere Hilfsgüter mit. Finanziert waren diese auch mit Einnahmen aus von ihr organisierten Benefizkonzerten. Leyla Bilge überwachte vor Ort die Verwendung der Hilfsgüter und gründete in einem von Kurden kontrollierten Gebiet eine Schule für Vollwaisen.

Ein Engagement, das sie mehrfach in die Medien, ihr aber auch Drohungen von Islamisten einbrachte. Bilge wechselte ihre Telefonnummer. Von der Polizei fühlte sie sich nicht ernst genommen. Später ließen die Drohungen nach, die wohlwollende Berichterstattung der Medien jedoch blieb. So etwa, als sie den 16-jährigen Ahmad Hassan bei sich aufnahm. Hassan ist der Cousin des toten Aylan Kurdi – der Junge, dessen Foto die Welt vor einem Jahr bewegte.

Die Medien wenden sich ab

Dann aber engagierte sich Leyla Bilge in der AfD. Und damit war die 35-Jährige nicht mehr nur die mutige und aufopferungsvolle Helferin, sondern auch eine unbequeme Kritikerin, die sich zur Unterdrückung der Frau im Islam, zu Kinderehen und zur deutschen Flüchtlingspolitik äußerte. An dieser kritisiert sie etwa, dass „die Falschen hier sind“. Damit meint Bilge, dass nicht jene Menschen nach Deutschland gekommen seien, die tatsächlich in den Kriegsgebieten unter dem IS-Terror leiden. Sondern junge Männer, die sich längst in sichere Gebiete abgesetzt hatten, um dem Kriegsdienst zu entgehen. Sichtweisen, die bei den Medien aber niemand hören wollte; die wohlwollende Berichterstattung über Leyla Bilge gehörte von einem Moment zum nächsten der Vergangenheit an.

Stattdessen kamen nur noch andere Frauen zu Wort, etwa in Fernseh-Diskussionen. Leyla Bilge kritisiert deren einseitige Gäste-Auswahl: „Die eingeladenen Frauen, die dort verhüllt in Erscheinung treten und sich weigern, anderen die Hand zu geben, sind zumeist hier in Freiheit aufgewachsen und konvertiert. Ich hingegen habe die Unterdrückungsmechanismen in den heutigen Krisen- und Kriegsgebieten selbst erfahren müssen. Warum werden eigentlich keine Frauen wie ich eingeladen, die sich gegen die salafistische Unterdrückung wehren?“

Jetzt kommen die Drohungen von links

Möglicherweise deswegen, weil Bilge bei der Beschreibung solcher Unterdrückungsmechanismen kein Blatt vor den Mund nimmt. So auch am Montagabend, als sie auf Einladung des AfD-Kreisverbandes Viersen einen Vortrag zum Thema „Scharia gleich Unterdrückung der Frau“ hielt. Der Veranstaltungsort musste aus Sorge vor linksextremistischen Übergriffen bis zuletzt geheimgehalten werden. Rund 50 Zuhörer kamen, um Leyla Bilges etwa 45-minütigen Vortrag zu hören.

Und der wurde schnell zum Vortrag über den Koran, der laut Bilge die vollständige Verhüllung der Frau vorschreibe, aber Kinderehen ab neun Jahren, das Züchtigen der Frau sowie vier Ehefrauen für jeden Mann erlaube. Leyla Bilge ging aber auch auf die sogenannte Flüchtlingskrise ein; sie kritisierte die Forderungen, die die zumeist männlichen Flüchtlinge in Deutschland stellen würden. Wie immer bei ihren Vorträgen wurde es erst richtig lebhaft, als ihr die Zuhörer Fragen stellen konnten. Auffällig viele Fragen waren auf Kinderehen im Islam bezogen. Erst nach rund 90 Minuten war die Neugier der Zuhörer befriedigt.

Am 5. Oktober geht es weiter; dann wird Leyla Bilge in Krefeld einen Vortrag zum Thema „Kinderehen in Deutschland?“ halten. Aus Sorge vor linker Gewalt wird der Vortragsort auch dann bis zuletzt geheimgehalten werden müssen. Aber wer die Kriegsgebiete der arabischen Welt erlebt hat, der hat vor der Antifa keine Angst mehr. In den meisten Medien mag Leyla Bilge nicht mehr zu Wort kommen – sich einschüchtern lassen oder gar schweigen wird sie dennoch nicht.

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