Düsseldorf Wirtschaft und Verkehr

Lufthansa-Konzern fordert Deckelung der Slots

Düsseldorf. Der Lufthansa-Konzern fordert von der Bundesregierung, in der Landeshauptstadt zunächst nur noch 690 Starts und Landungen am Tag zu erlauben. Gewinner einer solchen Maßnahme dürften die Lufthansa-Aktionäre sein. Verlierer wären die Fluggäste, die weniger Auswahl hätten, aber höhere Preise bezahlen müssten.

Wie die WirtschaftsWoche am Donnerstag berichtet hat, fordert der Lufthansa-Konzern von der Bundesregierung, die Zahl der Slots an den Flughäfen Frankfurt, München, Berlin-Tegel und Düsseldorf zu reduzieren. Der Begriff Slot kennzeichnet ein Zeitfenster, während dessen eine Fluglinie den Airport zum Starten oder Landen eines Flugzeugs benutzen darf.

In einem Schreiben des Konzerns an das Bundesverkehrsministerium, das der WirtschaftsWoche vorliegt, fordert der Lufthansa-Konzern „als vorübergehende Maßnahme“ eine Reduzierung der Flugbewegungen an den genannten Flughäfen. So sollen etwa in Düsseldorf nur noch 690 Starts und Landungen am Tag erlaubt sein.

Begründet wird dies vom Lufthansa-Konzern damit, dass „die aktuelle Pünktlichkeitssituation“ an den Flughäfen für alle Beteiligten „nicht mehr tragbar“ sei und „die Belastungen für Passagiere und Mitarbeiter derzeit enorm“ seien. „Nicht mehr nur zu Spitzenzeiten zeigen sich die Engpässe am Boden mit langen Schlangen an Sicherheits- und Passkontrollen“, heißt es in dem Schreiben.

Höherer Profit zu Lasten der Fluggäste?

Experten aber vermuten andere Interessen hinter diesem Vorstoß: Dank seiner Billig-Plattform Eurowings verfügt der Lufthansa-Konzern in Düsseldorf über einen Marktanteil von 45 Prozent. Im innerdeutschen Flugverkehr ist der Konzern seit der Insolvenz von Air Berlin Fast-Monopolist. Lediglich auf der Strecke von Düsseldorf nach Berlin-Tegel kann der Fluggast noch zwischen EasyJet und Eurowings wählen. Im Flugverkehr von Düsseldorf nach Österreich sowie in die Schweiz wird der Markt inzwischen vollständig von den Lufthansa-Konzernairlines Austrian Airlines, Eurowings und Swiss beherrscht.

Eine Verknappung des Angebots hätte nach den Regeln von Angebot und Nachfrage höhere Preise zur Folge. Davon würde aufgrund seines Marktanteils insbesondere der Lufthansa-Konzern profitieren. Gewinner einer solchen Maßnahme dürfte also der Lufthansa-Aktionär sein. Verlierer wären die Fluggäste aus der Region, die dann noch weniger Auswahl hätten, aber höhere Preise bezahlen müssten.

Bild: NRW.direkt

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