Wirtschaft und Verkehr

Lufthansa-Konzern innerdeutsch mit 87 Prozent Marktanteil

Düsseldorf. Mit dem Sommerflugplan erreicht der Lufthansa-Konzern bei innerdeutschen Flügen einen Marktanteil von 87 Prozent. Auch die Fluggäste in der Landeshauptstadt bekommen dieses Fast-Monopol deutlich zu spüren. Hintergrund ist auch die Politik der letzten Bundesregierung, die nach der Air-Berlin-Pleite einen „nationalen Champion“ wollte.

Der Lufthansa-Konzern, zu dem auch die Lowcost-Airline Eurowings gehört, wird mit dem am 25. März beginnenden Sommerflugplan bei innerdeutschen Flügen einen Marktanteil von 87 Prozent erreichen. Im Sommer 2017 hatte der Konzern noch einen Marktanteil von 70 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Von den insgesamt 61 innerdeutschen Strecken werden nach DLR-Rechnung in diesem Sommer 47 nur von Lufthansa oder Eurowings bedient. Neun weitere Verbindungen werden ausschließlich von anderen Gesellschaften angeboten. Nur noch fünf Strecken werden im Wettbewerb beflogen. Die erst am Donnerstag von Condor angekündigten Flüge von Düsseldorf nach Westerland auf Sylt sind in der Untersuchung des DLR offenbar noch nicht berücksichtigt. Zuerst hatte die Rheinische Post darüber berichtet.

Fehlender Wettbewerb auch in Düsseldorf zu spüren

Auch die Fluggäste in Düsseldorf bekommen den fehlenden Wettbewerb deutlich zu spüren: Mit Ausnahme der nunmehr auch von Condor angebotenen Flüge nach Sylt sowie der bis zu sechs täglichen Easyjet-Flüge nach Berlin-Tegel werden innerdeutsche Flüge vom größten Flughafen in Nordrhein-Westfalen nur noch von Eurowings und Lufthansa angeboten.

Ähnlich schlecht sieht es auf Flügen von Düsseldorf in die Schweiz sowie nach Österreich aus: Mit Austrian Airlines, Eurowings und Swiss gehören alle Anbieter solcher Flüge zum Lufthansa-Konzern.

Bundesregierung wollte „nationalen Champion“

Die monopolartige Stellung des Lufthansa-Konzerns im deutschsprachigen Raum gilt als politisch gewünscht: Unmittelbar nach der Insolvenz von Air Berlin forderten Vertreter der Bundesregierung den Verkauf großer Teile der insolventen Airline an den Lufthansa-Konzern. Begründet wurde das vom damaligen Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) wie auch von der damaligen Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) damit, dass die Lufthansa ein „nationaler Champion“ werden müsse. 34 Prozent der Lufthansa-Aktien werden vom Staat gehalten.

Passagiere beklagten nach der Einstellung des Flugbetriebs von Air Berlin dramatisch gestiegene Flugpreise. Lediglich die EU-Kommission verhinderte Schlimmeres, indem sie den Verkauf der ehemaligen Air-Berlin-Touristiktochter Niki an den Lufthansa-Konzern unterband.

Bild: Flugzeuge von Eurowings in Düsseldorf. Bildrechte: NRW.direkt

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