Düsseldorf Wirtschaft und Verkehr

Lufthansa-Konzern mit 50 Prozent Marktanteil

Düsseldorf. Bei der Übernahme der Air-Berlin-Tochter LGW durch den Lufthansa-Konzern wurde diesem die Abgabe von Slots in der Landeshauptstadt zur Auflage gemacht. Dennoch kommt der Konzern am größten Flughafen NRWs auf 50 Prozent Marktanteil.

Bei der am Donnerstag von der EU-Kommission genehmigten Übernahme der Air-Berlin-Tochter LGW wurde dem Lufthansa-Konzern zur Auflage gemacht, Slots in Düsseldorf an Konkurrenten abzugeben. Die Kommission erklärte, dass ein weiter funktionierender Wettbewerb am Flughafen Düsseldorf die entscheidende Bedingung war, um den Erwerb der LGW durch den Lufthansa-Konzern zu genehmigen.

Eine Übernahme der ehemaligen Air-Berlin-Touristiktochter NIKI durch den Lufthansa-Konzern wurde durch die EU-Kommission bereits verhindert. Nachdem diese Bedenken gegen die Übernahme geäußert hatte, wurde für NIKI ein Insolvenzantrag gestellt. Mitte letzter Woche stellte der Ferienflieger den Flugbetrieb ein. Die Haltung der EU-Kommission wurde auch als klare Absage an die Bundesregierung gewertet, die gegen kartellrechtliche Bedenken gefordert hatte, die Lufthansa müsse ein „nationaler Champion“ werden. 34 Prozent der Lufthansa-Aktien werden vom Staat gehalten.

Trotz dieser Auflagen kommt die Lufthansa-Gruppe, die in Düsseldorf hauptsächlich durch ihre Lowcost-Airline Eurowings vertreten ist, dort immer noch auf 50 Prozent Marktanteil. Auf den ersten Blick vermittelt die Zahl den Eindruck eines gesunden Wettbewerbs. Tatsächlich aber findet dieser Wettbewerb fast nur noch auf internationalen Flügen statt, da auf innerdeutschen Strecken sowie auf denen nach Österreich und in die Schweiz nach der Insolvenz von Air Berlin von wenigen Ausnahmen abgesehen fast nur noch zum Lufthansa-Konzern gehörende Airlines unterwegs sind. (ph)

Bild: NRW.direkt

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