Wirtschaft und Verkehr

„Lufthansa-Monopol fürchterlich“

Düsseldorf. Eine Übernahme der Air-Berlin-Touristiktochter NIKI durch die Lufthansa wäre nach Ansicht von deren Gründer Niki Lauda „heller Wahnsinn“ und ein Schritt „zurück in die Steinzeit“. Der Lufthansa-Konzern hätte dann in Deutschland einen Marktanteil von etwa 80 Prozent, so Lauda. Die jüngsten Aussagen von CSU-Chef Horst Seehofer aber lassen befürchten, dass die deutsche Politik genau das will.

„Das wäre heller Wahnsinn. In Österreich hätten sie dann 90 Prozent Marktanteil, in Deutschland ungefähr 80 Prozent. Was das für die Flughäfen bedeutet, für Passagiere, für die Veranstalter – das wäre das Ärgste überhaupt, zurück in die Steinzeit. Die Politik hätte schon die Verantwortung, darauf zu schauen, dass es Wettbewerb gibt.“ Mit diesen Worten kommentierte der ehemalige Formel-1-Weltmeister Niki Lauda am Sonntag im österreichischen Kurier eine mögliche Übernahme der von ihm gegründeten Air-Berlin-Touristiktochter NIKI durch den Lufthansa-Konzern. Für den österreichischen Markt wäre eine solche Übernahme „fürchterlich“, sagte Lauda weiter.

Ob er selber ein Angebot für NIKI abgeben wird, will der ehemalige Formel-1-Rennfahrer und Luftfahrt-Unternehmer von der aktuellen wirtschaftlichen Lage der Ferienfluglinie abhängig machen. „Wenn man die Zahlen gesehen hat, kann man logisch weiterdenken“, sagte Lauda dazu. NIKI war seit ihrer Gründung im Jahr 2003 bis heute profitabel und betreibt derzeit eine Flotte von 21 geleasten Airbus-Jets. In Düsseldorf ist NIKI die drittgrößte Fluggesellschaft.

CSU- und SPD-Politiker Lobbyisten der Lufthansa?

Vertreter von CSU und SPD fordern jedoch auch weiterhin eine schnelle Übernahme großer Teile von Air Berlin durch den Lufthansa-Konzern. Dabei machen sie auch keinen Hehl mehr daraus, dass es ihnen dabei um die Marktstellung der Lufthansa geht. „Durch die Übernahme von Air Berlin können wir eine noch stärkere Lufthansa bekommen“, sagte etwa der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer am Sonntag den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) und Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hatten in den letzten zwei Wochen mehrfach die gleiche Forderung erhoben. Zypries und Dobrindt begründeten das damit, die Lufthansa müsse ein „Champion“ bleiben. Der für den Verbraucherschutz zuständige Bundesminister Heiko Maas (SPD) schwieg dazu. (ph)

Bild: Airbus von NIKI in Düsseldorf. Bildrechte: NRW.direkt

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