Düsseldorf Wirtschaft und Verkehr

Lufthansa will Air-Berlin-Langstrecke nicht

Düsseldorf. Die Lufthansa will nicht für die Langstrecken der insolventen Air Berlin bieten. Kurz zuvor wurde bekannt, dass Bundesregierung und Lufthansa ihr Vorgehen bereits Tage vor der Insolvenz von Air Berlin abgestimmt haben sollen.

Die Lufthansa will nicht für die Airbus-Langstreckenjets ihrer insolventen Konkurrentin Air Berlin bieten. Das berichtete aero.de am Donnerstag unter Berufung auf eine Aussage von Lufthansa-Chef Carsten Spohr. Sein Unternehmen habe ein Angebot über die 38 bereits angemieteten Airbus-Mittelstreckenjets sowie 20 bis 40 weitere Flugzeuge abgegeben, nicht aber für die Langstrecke, sagte Spohr am Mittwochabend in Frankfurt.

Kurz zuvor hatte die Süddeutsche Zeitung (SZ) darüber berichtet, dass Vertreter der Bundesregierung bereits vor der Insolvenz von Air Berlin Gespräche mit beiden Airlines geführt haben sollen. Die SZ berief sich dabei auf eine vom Bundesverkehrsministerium beantwortete Nachfrage der Grünen-Abgeordnete Katharina Dröge. Demnach soll das von Alexander Dobrindt (CSU) geführte Verkehrsministerium bereits fünf Tage vor der Insolvenz in telefonischem Austausch mit Air Berlin und Lufthansa gestanden haben. Am Tag vor der Insolvenz soll eine Sechserrunde im Ministerium zusammengekommen sein, an der neben vier Staatssekretären auch Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann und Lufthansa-Chef Carsten Spohr teilgenommen haben.

Winkelmann war vor seiner Tätigkeit als Air-Berlin-Chef 18 Jahre für den Lufthansa-Konzern tätig. Kritiker werfen ihm vor, bei der Insolvenz von Air Berlin die Interessen seines ehemaligen Arbeitgebers zu vertreten. (ph)

Bild: Langstreckenjets von Air Berlin in Düsseldorf. Bildrechte: NRW.direkt

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