Essen Politik

„Making Heimat. Germany, Arrival Country“

Essen. Trotz Protesten wurde in einem Landschaftsschutzgebiet in Fischlaken eine Erstaufnahmeeinrichtung für Asylsuchende gebaut. Seit Samstag wird diese auf der Architektur-Biennale in Venedig präsentiert. Die CDU spricht von einem Erfolg, die BAL aber kritisiert das „Abfeiern einer Massenunterkunft in einem Landschaftsschutzgebiet“.

Elisabeth van Heesch-Orgaß (Bild: NRW.direkt)

Elisabeth van Heesch-Orgaß (Bild: NRW.direkt)

Landwirte, die mit ihren Traktoren in der Innenstadt lautstark gegen Asylbewerberunterkünfte in Landschaftsschutzgebieten demonstrieren. SPD-Ortsverbände, die sich wegen ihrer Beteiligung an solchen Protesten den bundesweiten Unmut ihrer Parteifreunde zugezogen haben. In keiner anderen Stadt an Rhein und Ruhr haben die Auswirkungen der sogenannten Flüchtlingskrise die Emotionen so hoch schlagen lassen wie in Essen. Die Unterkünfte in den Landschaftsschutzgebieten aber wurden trotz der Proteste gebaut, unter anderem auch die Erstaufnahmeeinrichtung in Essen-Fischlaken. Für die Planung, Ausschreibung und Bauleitung der rund 35 Millionen Euro teuren Unterkunft war die Grundstücksverwaltung Essen (GVE) verantwortlich.

Am Samstag wurde die Erstaufnahmeeinrichtung in Fischlaken unter dem Motto „Making Heimat. Germany, Arrival Country“ auf der Architektur-Biennale in Venedig zusammen mit anderen Projekten als deutscher Beitrag und „realisiertes Beispiel für räumliche Gestaltungskonzepte“ vorgestellt. Bei dieser Ausstellung präsentiere sich Deutschland „als Land zum Ankommen“, kommentierte Spiegel-Online.

CDU begeistert

Die Reaktionen in Essen darauf sind jedoch gespalten. Guntmar Kipphardt, bau- und verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, sprach von einem „Erfolg“, der „ganz besonders der ausgezeichneten Arbeit der GVE und der guten Zusammenarbeit mit der Stadt Essen zu verdanken“ sei.

Elisabeth van Heesch-Orgaß, Ratsfrau der Bürgerlich-Alternativen Liste (BAL), hingegen kritisierte das „Abfeiern einer Massenunterkunft in einem Landschaftsschutzgebiet“. Eine „Massenunterkunft für Flüchtlinge und allgemein Asylantragstellende zur Architektur-Biennale zu bringen und dies dann auch noch als großen Erfolg zu feiern, halten wir für geschmacksfrei“. Die Schaffung der Unterkunft in einem Landschaftsschutzgebiet halte die BAL „nach wie vor für indiskutabel und den falschen Weg“, sagte van Heesch-Orgaß am Montag.

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