Missbrauch tagelang verschwiegen

Düsseldorf. Im städtischen Kinderhilfezentrum soll ein zwölfjähriges Mädchen von zwei Jugendlichen mit Gewalt missbraucht worden sein. Die mutmaßlichen Täter waren dort als alleinreisende Asylbewerber untergebracht. Offenbar wurde der Vorfall der Öffentlichkeit tagelang verschwiegen.

In der Einrichtung im Stadtteil Derendorf, die in Not geratenen Kinder betreut, soll die aus Düsseldorf stammende Zwölfjährige von zwei ebenfalls dort untergebrachten alleinreisenden Asylbewerbern im Alter von 15 und 17 Jahren jeweils einmal missbraucht worden sein. Die Beschuldigten wurden wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in Tateinheit mit sexueller Nötigung in Untersuchungshaft genommen.

Die Zwölfjährige soll bereits in der Nacht zum Sonntag missbraucht worden sein. Danach habe sie sich auffällig verhalten und am Montag den Erziehern offenbart. Ein gynäkologisches Gutachten untermauert den Tatvorwurf. Bekannt wurde der Vorfall jedoch erst am Donnerstag durch eine Mitteilung der Staatsanwaltschaft. Gleichzeitig wurde damit auch öffentlich, dass der eigentlich als Kinderschutzzentrum gedachten Einrichtung minderjährige Asylbewerber zugewiesen werden.

Schweigen hat Tradition

In der Landeshauptstadt wurde bereits mehrfach versucht, der Öffentlichkeit von Asylbewerbern begangene Straftaten zu verschweigen. So wurde etwa ein Angriff eines Asylsuchenden mit Pfefferspray auf einen Behördenmitarbeiter im letzten Sommer erst nach mehreren Wochen durch eine Indiskretion an die Presse bekannt. Dass es in der Silvesternacht auch in der Düsseldorfer Altstadt sexuelle Belästigungen von Frauen durch nordafrikanische Männer in größerem Umfang gegeben hat, wurde erst Tage später nach direkten Medien-Anfragen dazu eingeräumt. (ph)

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